Kirchenaustritte in Bayern sinken – doch der Mitgliederschwund geht weiter
Ben SchmidtBischöfe und Regionalkirche: Fast 124.000 Austritte - Kirchenaustritte in Bayern sinken – doch der Mitgliederschwund geht weiter
Kirchenaustritte in Bayern gehen weiter zurück – 2025 verließen fast 124.000 Menschen die katholische und evangelische Kirche
Die Zahl der Kirchenmitglieder in Bayern sinkt weiter: Im Jahr 2025 traten fast 124.000 Menschen aus der katholischen und der evangelischen Kirche aus. Obwohl die Austrittszahlen rückläufig sind, zeigen sich unterschiedliche Trends bei den beiden Konfessionen.
Die katholische Kirche in Bayern verzeichnete 2025 mit 81.852 Austritten rund 5.300 weniger als im Vorjahr. Dennoch bleibt sie mit über 5,3 Millionen Mitgliedern die größte christliche Gemeinschaft in der Region. Die Evangelisch-Lutherische Kirche verlor hingegen 42.000 Mitglieder – ein Anstieg gegenüber den 39.486 Austritten im Jahr 2024.
Erstmals seit 2024 ist die Zahl der evangelischen Kirchenmitglieder in Bayern damit unter zwei Millionen gefallen. Ein Grund für den Rückgang ist die sinkende Zahl der Taufen bei gleichzeitig steigenden Sterbefällen, was den Mitgliederschwund zusätzlich beschleunigt.
Zwischen 2021 und 2025 schrumpften die Mitgliederzahlen in großen Diözesen wie München-Freising und Bamberg um 11 bis 12 Prozent. München-Freising verlor von etwa 1,75 Millionen auf 1,55 Millionen Mitglieder, Bamberg von 670.000 auf 610.000. Dieser Trend spiegelt die Entwicklung im gesamten Freistaat wider: Die Zahl der katholischen Kirchenmitglieder sank im selben Zeitraum von 4,8 Millionen auf 4,27 Millionen.
Der anhaltende Rückgang der Kirchenmitgliedschaft ist sowohl auf Austritte als auch auf demografische Veränderungen zurückzuführen. Da es weniger Taufen als Sterbefälle gibt, dürfte sich der Abwärtstrend fortsetzen. Zwar verfügt die katholische Kirche noch über eine größere Anhängerschaft, doch beide Konfessionen müssen weiterhin mit schrumpfenden Mitgliederzahlen rechnen.