06 November 2025, 16:21

Kirchliche Telefonseelsorge in Bayern: 200.000 Gespräche im Jahr 2022 zeigen ihre Lebenswichtigkeit

Eine Kirche ist prominent in der Mitte des Bildes dargestellt.

200.000 Anrufe beim Telefonberatungsdienst - Kirchliche Telefonseelsorge in Bayern: 200.000 Gespräche im Jahr 2022 zeigen ihre Lebenswichtigkeit

Eine neue Studie wirft ein Licht auf die zentrale Bedeutung der kirchlichen Telefonseelsorge in Bayern und zeigt nicht nur das breite Unterstützungsspektrum auf, sondern unterbreitet auch Empfehlungen für ihre Zukunft. Die von katholischen und evangelischen Kirchen gemeinsam getragene Hotline führte allein im Jahr 2022 über 200.000 Gespräche – ein deutlicher Beleg für ihre unverzichtbare Rolle bei der Bewältigung akuter Krisen und psychischer Notlagen. Die bundesweit erste Untersuchung dieser Art wurde vom Zentrum für angewandte Pastoralforschung (zap) an der Ruhr-Universität Bochum durchgeführt. Sie ergab, dass die meisten Anrufenden wegen Einsamkeit, Beziehungsproblemen oder psychischen Krisen – oft mit suizidalen Gedanken – Kontakt suchten. Um den Service langfristig und belastbar zu gestalten, empfiehlt die Studie, die finanzielle und personelle Absicherung der Telefonseelsorge zu stärken, digitale Angebote auszubauen und wiederkehrende Anrufende gezielter zu begleiten. Der Fonds, der diesen unverzichtbaren Dienst trägt, wird ausschließlich durch Mittel der bayerischen Diözesen finanziert, die sich aus Kirchensteuern speisen. Die Freisinger Bischofskonferenz, die die sieben katholischen Diözesen Bayerns vertritt, hat kürzlich den Haushalt 2026 für den Überdiözesanen Fonds Bayern finalisiert. Für das kommende Jahr sind rund 41 Millionen Euro vorgesehen – ein klares Bekenntnis zur Sicherung und zum Ausbau dieses lebenswichtigen Angebots. Die Studienergebnisse unterstreichen den dringenden Bedarf an gezielter Gewinnung von Ehrenamtlichen und dem Ausbau digitaler Services, um der steigenden Nachfrage nach Unterstützung gerecht zu werden. Mit über 200.000 Gesprächen im Jahr 2022 ist die kirchliche Telefonseelsorge ein unverzichtbarer Pfeiler der bayerischen Gesellschaft. Der bewilligte Haushalt für 2026 zeigt, dass man die finanzielle und personelle Stabilität dieses Dienstes langfristig sichern will – damit er auch weiterhin ein zuverlässiger Anker für Menschen in Not bleibt.