20 February 2026, 14:55

Kurt Eisners historische Schreibmaschine kehrt als Symbol der bayerischen Revolution zurück

Ein altes Buch mit dem Titel "Philifer-Revolution" von Adolf Müller aus dem Jahr 1818 mit einem violetten Stempel auf dem Cover, das Text auf vergilbten Papier gegen einen schwarzen Hintergrund zeigt.

Die Schreibmaschine des Revolutionsführers - Kurt Eisners historische Schreibmaschine kehrt als Symbol der bayerischen Revolution zurück

Eine historische Schreibmaschine, die einst Kurt Eisner gehörte – dem revolutionären Führer, der 1918 Bayern zur Republik erklärte –, wird ab dem 8. Juli im Haus der Bayerischen Geschichte ausgestellt. Das Gerät, das als "jahrhundertprägendes Artefakt der bayerischen Demokratiegeschichte" beschrieben wird, diente zur Abfassung zentraler Dokumente während des Aufstands, der die Region neu formte. Die Schreibmaschine der Marke Mercedes, die Mitte 1914 hergestellt wurde, spielte eine entscheidende Rolle in den Ereignissen des Novembers 1918. Eisner nutzte sie, um Presseartikel, Korrespondenz und politische Texte zu verfassen, wobei er oft seiner Frau Else diktierte oder handschriftliche Entwürfe anfertigte. Zwar ist nicht genau belegt, welche konkreten Dokumente darauf entstanden, doch Historiker gehen davon aus, dass er damit Briefe an Verbündete verfasste, die an der Entmachtung der Regierung beteiligt waren. Nach der Ermordung Eisners im Februar 1919 setzte Else die Schreibmaschine weiter ein, bis sie im Mai desselben Jahres aus Bayern floh. Die Maschine kehrte 1959 nach Deutschland zurück und wurde von Eisners Töchtern über drei Generationen hinweg sorgfältig aufbewahrt. Eisners Amtszeit als Ministerpräsident war geprägt von tiefgreifenden Reformen, darunter die Einführung des Frauenwahlrechts und des Achtstundentags in Bayern. Sein Vermächtnis bleibt eng mit der Gründung des Freistaats verbunden, und die Schreibmaschine steht als greifbares Zeugnis dieser bewegten Epoche. Die Ausstellung ermöglicht Besuchern, die historische Maschine aus nächster Nähe zu betrachten und so eine direkte Verbindung zu Bayerns revolutionärer Vergangenheit herzustellen. Ihre Erhaltung unterstreicht die Bedeutung des Artefakts für die Dokumentation der politischen Umbrüche von 1918 bis 1919. Die Schau im Museum beginnt am 8. Juli.

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