Lochhams Michaelskirche bleibt erhalten – doch alles wird anders
Die Michaelskirche in Lochham bleibt trotz umfassender Einschnitte bei Kirchenimmobilien in Nutzung. Das 75 Jahre alte Gotteshaus steht jedoch vor Veränderungen, da die Evangelisch-Lutherische Kirchengemeinde Gräfelfing ihre Liegenschaften überprüft. Ein zentraler Bestandteil dieser Neuausrichtung ist die Modernisierung der Kirche, um sie flexibler für Gemeinschaftsveranstaltungen nutzbar zu machen.
Ein wichtiger Schritt ist die Außerdienststellung des Pfarrhauses, das nun an das Landratsamt verpachtet wurde. Es dient vorläufig als Unterkunft für Geflüchtete, während die Kirche selbst saniert wird, um ihre Zukunft zu sichern.
Die Gemeinde investiert über 40.000 Euro in eine neue, flexible Beleuchtungsanlage für die Michaelskirche. Damit lässt sich der Altarbereich bei nicht-religiösen Veranstaltungen optisch abtrennen. Mittelfristig könnten auch die fest installierten Kirchenbänke durch bewegliche Bestuhlung ersetzt werden, um die Nutzungsmöglichkeiten des Gebäudes weiter zu erhöhen.
Ursprünglich war auf dem Kirchgelände eine Neubebauung vorgesehen. Die Deka Immobilien sowie der Projektentwickler Hochtief Development hatten Wohnungen und diakonische Einrichtungen geplant. Doch das Vorhaben scheiterte an der anhaltenden Baukrise, sodass die bestehende Kirche vorerst erhalten bleibt. Die Veränderungen sorgen bei einigen Gemeindemitgliedern für Unbehagen. Dennoch betonen sowohl die Kirchengemeinde als auch das Dekanat, dass die Gespräche offen und transparent geführt werden. Ziel ist es, die Kirche auch künftig relevant zu halten – besonders vor dem Hintergrund, dass evangelische Gemeinden in ganz Deutschland aufgrund sinkender Mitgliederzahlen ihre Immobilienbestände reduzieren.
Durch die Umnutzung der Michaelskirche möchte die Kirchengemeinde weniger auf andere Räumlichkeiten angewiesen sein. Eine flexiblere Kirche könnte ein breiteres Spektrum an Aktivitäten beherbergen und so ihren langfristigen Erhalt rechtfertigen.
Während das Pfarrhaus nun Geflüchtete aufnimmt, bereitet sich die Kirche auf die anstehenden Modernisierungen vor. Mit neuer Beleuchtung und möglicherweise veränderbarer Bestuhlung soll die Michaelskirche künftig sowohl religiösen als auch gemeindlichen Bedürfnissen gerecht werden. Der Ansatz der Kirchengemeinde spiegelt einen bundesweiten Trend wider: Kirchenimmobilien werden umgenutzt, um in sich wandelnden Zeiten tragfähig zu bleiben.