Lufthansa entscheidet bald: Frankfurt oder München als neues Hauptdrehkreuz?
Elias BraunLufthansa entscheidet bald: Frankfurt oder München als neues Hauptdrehkreuz?
Lufthansa steht vor einer richtungsweisenden Entscheidung über den Ausbau ihrer beiden deutschen Drehkreuze – Frankfurt und München. Die Airline muss sich zwischen großen Projekten an einem der beiden Standorte entscheiden, da nur einer kurzfristig zusätzlichen Kapazitätsbedarf aufweist. Vorstandschef Carsten Spohr bestätigte, dass die finale Entscheidung "innerhalb von Wochen, nicht Monaten" fallen werde.
Beide Drehkreuze haben in den vergangenen fünf Jahren dramatische Veränderungen durchlaufen. Die Auslastung in Frankfurt (FRA) und München (MUC) brach 2021 aufgrund der COVID-19-Reisebeschränkungen auf etwa 30 Prozent ein. Bis 2023 erholte sie sich auf rund 70 Prozent, als die Einschränkungen gelockert wurden und die Nachfrage stark anstieg. In diesem Jahr liegt die Kapazitätsauslastung in Frankfurt bei 92 Prozent, in München bei 88 Prozent. Faktoren wie EU-Fördergelder zur Krisenbewältigung, Verzögerungen bei Flugzeugherstellern, Arbeitskämpfe, die durch den Ukraine-Krieg verursachten hohen Treibstoffkosten sowie der Boom im Urlaubsreiseverkehr nach der Pandemie prägten die Erholung.
In Frankfurt verhandelt die Lufthansa mit dem Flughafenbetreiber Fraport über ein Joint Venture für den Terminalbetrieb. Die Gespräche ziehen sich jedoch hin, sodass die Zukunft des Projekts ungewiss bleibt. München hingegen verfügt bereits über konkrete Pläne zum Ausbau des Satellitenterminals (T-Pier). Hier könnte die Airline mit dem Flughafen München kooperieren, um das Vorhaben voranzutreiben.
Die endgültige Entscheidung hängt davon ab, ob es in den Verhandlungen mit Fraport einen Durchbruch gibt. Lufthansa hat ausgeschlossen, beide Ausbaumaßnahmen parallel zu verfolgen, da aktuell nur ein Drehkreuz erheblichen Wachstumsbedarf hat.
Die Wahl zwischen Frankfurt und München steht unmittelbar bevor. Der ausgewählte Standort wird umfangreiche Infrastrukturmaßnahmen erhalten, um die steigenden Passagierzahlen zu bewältigen. Das Ergebnis hängt von den laufenden Gesprächen ab – dabei kommt die Zusammenarbeit mit Fraport eine entscheidende Rolle für die Chancen Frankfurts zu.






