Machtkampf bei Grammer gefährdet Auftragslage und Kundenvertrauen in der Autoindustrie
Ben SchmidtMachtkampf bei Grammer gefährdet Auftragslage und Kundenvertrauen in der Autoindustrie
Ein Machtkampf beim Automotive-Zulieferer Grammer sorgt in der Branche und bei Politikern für Besorgnis. Die bosnische Familie Hastor, die 20 bis 30 Prozent der Anteile hält, strebt an, den Vorstandsvorsitzenden abzulösen und die Kontrolle über den Aufsichtsrat zu übernehmen. Der Streit hat bereits die Kundenbeziehungen des Unternehmens und den Auftragsbestand beeinträchtigt.
Grammer-Chef Hartmut Müller räumte kürzlich einen deutlichen Rückgang der Aufträge ein. Kunden zögern, neue Verträge zu unterzeichnen – auch aus Sorge über die Abhängigkeit von einem von den Hastors kontrollierten Zulieferer. Zu den größten Abnehmern des Unternehmens zählen namhafte Automobilhersteller wie Volkswagen, Daimler und BMW.
Der Vorstoß der Familie Hastor zur Übernahme verschärft die Spannungen im Vorfeld der Hauptversammlung. Die Aktionäre werden am 24. Mai in Amberg über die Zukunft des Unternehmens abstimmen. Unterdessen plant die IG Metall an allen deutschen und tschechischen Grammer-Standorten Proteste für den Tag der Versammlung.
Der anhaltende Konflikt hat das Vertrauen der Kunden bereits erschüttert und die Auftragslage verschlechtert. Wirtschaftsverbände und Politiker beobachten die Entwicklung mit großer Aufmerksamkeit. Das Ergebnis der Hauptversammlung wird über die nächsten Schritte von Grammer entscheiden.






