Machtkampf um Karwendelbahn eskaliert: Vorstandschef wirft Politikern Intrigen vor
Hannah BöhmMachtkampf um Karwendelbahn eskaliert: Vorstandschef wirft Politikern Intrigen vor
Ein erbitterter Machtkampf um die Führung der Karwendelbahn AG, eines Seilbahnunternehmens in Süddeutschland, ist eskaliert. Wolfgang Wilhelm Reich, Mehrheitsaktionär und amtierender Vorstandsvorsitzender, wirft lokalen Politikern vor, ihn mit gezielten Intrigen aus seinem Amt drängen zu wollen. Der Konflikt, an dem auch der Stadtrat – zweitgrößter Anteilseigner des Unternehmens – beteiligt ist, wird mittlerweile in öffentlichen Stellungnahmen und mit juristischen Drohungen ausgetragen.
Auslöser der Auseinandersetzung war ein Vorstoß von Bürgermeister Enrico Corongiu, der laut Berichten den Anwalt und ehemaligen Stadtrat Klemens Reindl kontaktierte, um Reich als Vorstandschef zu ersetzen. Reich konterte mit einer Pressemitteilung, in der er von 'organisierter Vetternwirtschaft' sprach und scharfe Angriffe gegen Corongiu richtete. Zudem beschuldigte er den Bürgermeister, den stellvertretenden Bürgermeister Georg Seitz sowie zwei ehemalige Aufsichtsratsmitglieder – Matthias Pöll und Sascha Borowski – des Fehlverhaltens und reichte Klage beim Landgericht München I ein.
Corongiu wiederum stellt Reichts Legitimität als Vorstand infrage und argumentiert, das Unternehmen verfüge derzeit über keinen funktionsfähigen Aufsichtsrat. Reich deutet die jüngsten Versuche, über gerichtliche Wege eine interimistische Führung zu installieren, als gezielten Angriff auf seine Autorität. Bisher gibt es jedoch keine öffentlichen Unterlagen, die belegen, dass Reich selbst rechtliche Schritte eingeleitet hat, um seine Position zu verteidigen.
Die Fehde hat die Gräben zwischen Reich und dem Stadtrat, der erhebliche Anteile an der Karwendelbahn AG hält, weiter vertieft. Beide Seiten zeigen sich unnachgiebig – die Zukunft der Unternehmensführung bleibt damit in der Schwebe.
Der juristische und öffentliche Streit um die Karwendelbahn AG zeigt keine Anzeichen einer Beilegung. Reichts Vorwürfe und die Bestrebungen des Stadtrats, ihn zu ersetzen, sorgen für Unsicherheit über die künftige Führung des Unternehmens. Ohne eine klare Perspektive droht der Konflikt, die Instabilität für das Unternehmen und seine Beteiligten weiter zu verlängern.






