05 April 2026, 10:15

Mainz kämpft weiter um die Einführung der Gelben Tonne für Verpackungsmüll

Zwei gelbe und graue Recyclingcontainer mit Rädern stehen nebeneinander vor einem Gebäude mit einer Wand und einem Fenster.

Mainz kämpft weiter um die Einführung der Gelben Tonne für Verpackungsmüll

Mainz ringt weiter um Einführung der "Gelben Tonne" für Verpackungsmüll

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Die Einführung des geplanten Systems der "Gelben Tonne" zur getrennten Sammlung von Verpackungsabfällen in Mainz verzögert sich erneut. Ursprünglich hatte die Stadt das Vorhaben 2019 beschlossen, der Start sollte eigentlich bis Januar 2027 erfolgen. Doch Streitigkeiten über Verträge, rechtliche Klagen und operative Bedenken blockieren die Umsetzung weiterhin.

Das jüngste Hindernis kommt von BellandVision, dem aktuellen Entsorgungsdienstleister, der sich weigert, das System einzuführen. Das Unternehmen befürchtet höhere Emissionen und mehr Restmüll durch die Umstellung.

Schon 2019 hatten die Mainzer Stadtverantwortlichen für die "Gelbe Tonne" gestimmt, um den Plastiktütenverbrauch zu reduzieren und das Recycling effizienter zu gestalten. Die Bürger sollten Leichtverpackungen künftig in speziellen Behältern statt in Einwegbeuteln entsorgen. Doch ein Verwaltungsgericht stoppte die Einführung mit der Begründung, das geplante Modell erfülle nicht die gesetzlichen Anforderungen an ein flächendeckendes Sammelsystem.

Der aktuelle Entsorgungsvertrag mit BellandVision läuft noch bis Ende 2024, doch Verhandlungen zur Integration der "Gelben Tonne" scheiterten. Das Unternehmen argumentiert, die neuen Behälter würden zu mehr Restmüll und höheren Emissionen durch zusätzliche Fahrten führen. Gleichzeitig kämpft die Stadt bereits alle zwei Wochen mit herumliegendem Abfall und beschädigten Müllbeuteln bei den regulären Abholungen.

Um das Projekt voranzubringen, erließ die Kommunale Abfallwirtschaft Mainz (KAW) kürzlich eine neue Rahmenrichtlinie, um einen alternativen Anbieter zu finden. Doch die dualen Systeme, die für das Verpackungsrecycling zuständig sind, haben offiziell Widerspruch gegen die Vorgabe eingelegt. Sollte sich kein neuer Dienstleister für ein Vollservice-Modell finden, müssten die Bürger die Gelbe Tonne selbst an den Straßenrand bringen und nach der Leerung wieder zurückholen.

Für Eigentümer könnten zudem zusätzliche Kosten anfallen, falls das System irgendwann startet. Die anhaltenden Konflikte und rechtlichen Hürden lassen den geplanten Beginn 2027 weiter in der Schwebe.

Die "Gelbe Tonne" in Mainz bleibt damit vorerst auf Eis, solange rechtliche, finanzielle und operative Herausforderungen ungelöst sind. Ohne eine Einigung zwischen Stadt, Entsorgern und Recyclingverbänden werden die geplanten Verbesserungen im Abfallmanagement nicht umgesetzt. Bürger und Eigentümer warten weiterhin auf Klarheit, ob und wie das System überhaupt kommt.

Quelle