Marsch für das Leben in München zieht Tausende an – und polarisiert
Johanna MüllerMarsch für das Leben in München zieht Tausende an – und polarisiert
Tausende versammelten sich am Samstag in München zum sechsten jährlichen Marsch für das Leben. Nach Angaben der Veranstalter nahmen etwa 7.000 Menschen teil, während die Polizei die Zahl der Teilnehmer auf 4.500 schätzte. Die Befürworter nutzten die Gelegenheit, um eine "Kultur des Lebens" zu fördern und sich gegen Abtreibungsrechte auszusprechen.
Der Marsch, organisiert vom Bundesverband Lebensrecht (BVL), begann mit Reden, in denen rechtliche Schutzmaßnahmen von der Empfängnis bis zum natürlichen Tod gefordert wurden. Silja Fichtner, Vorsitzende der Initiative Stimme der Ungeborenen, betonte in ihrer Ansprache die Notwendigkeit, ungeborene Kinder zu verteidigen. Mehrere römisch-katholische Bischöfe übermittelten zudem Solidaritätsbekundungen für die Demonstration.
Rund 1.500 Gegenprotestierende versammelten sich in der Nähe und äußerten ihre Ablehnung der Position des Marsches. Die Veranstalter werteten die hohe Beteiligung als direkte Reaktion auf jüngste Forderungen von Abtreibungsrechtsaktivisten. Der Marsch endete mit der Ankündigung der nächsten Märsche für das Leben, die für den 19. September in Berlin und Köln geplant sind.
Der Münchner Marsch unterstrich die anhaltende Debatte über Abtreibung in Deutschland. Mit unterschiedlichen Teilnehmerzahlen und sichtbaren Gegenprotesten zeigte die Veranstaltung, wie tief die Gesellschaft in dieser Frage gespalten ist. Die Organisatoren blicken nun auf die Demonstrationen in Berlin und Köln später in diesem Jahr.






