Mehr als Geld: Wie die deutsche Verteidigung das Beste aus der Schuldenbremse-Überarbeitung machen kann
Elias BraunMehr als Geld: Wie die deutsche Verteidigung das Beste aus der Schuldenbremse-Überarbeitung machen kann
Mehr als nur Geld: Wie die deutsche Verteidigung die Schuldenbremse optimal nutzen kann
Ankündigung: Der Deutsche Bundestag wird voraussichtlich am Dienstag eine Ausnahme von der Schuldenbremse für Verteidigungsausgaben beschließen. Die Freigabe der Mittel ist jedoch erst der erste Schritt zu einer schlagkräftigeren Bundeswehr.
Veröffentlichungsdatum: 17. März 2025, 16:03 Uhr
Schlagwörter: Finanzen, Wirtschaft, Politik
Artikel: Unter Bundeskanzler Friedrich Merz steht Deutschland vor einer grundlegenden Reform seiner Verteidigungspolitik – mit weitreichenden Änderungen bei den Militärausgaben und der Truppenstärke. Eine für den 18. März geplante Grundgesetzänderung soll höhere Verteidigungsbudgets ermöglichen, indem Ausgaben über 1 % des Bruttoinlandsprodukts (BIP) von den Schuldengrenzen ausgenommen werden. Die Maßnahmen fallen in eine Phase, in der die Bundesregierung die Streitkräfte ausbauen und ihre Verpflichtungen für die europäische Sicherheit stärken will.
Die Bundeswehr plant, ihre aktiven und Reservekräfte bis 2030 um 100.000 Soldaten zu vergrößern und so die Gesamtstärke auf mindestens 460.000 zu erhöhen. Diese Aufstockung steht im Einklang mit den überarbeiteten regionalen und bereichsspezifischen Verteidigungsplänen der NATO, die von den Mitgliedstaaten eine Steigerung der gemeinsamen militärischen Kapazitäten um ein Drittel fordern.
Künftige Investitionen werden vorrangig in die Modernisierung der Infrastruktur fließen, darunter die Sanierung bestehender Standorte und – wo nötig – Neubauten. Durch nationale Sicherheitsausnahmen soll die Beschaffung von Flächen für diese Projekte erleichtert werden. Gleichzeitig wird die Regierung Risiken bewerten, die mit Abhängigkeiten von ausländischen Lieferketten in militärischen Systemen verbunden sind, um die Einsatzbereitschaft zu gewährleisten.
Ein zentrales Anliegen ist zudem die Verringerung der Abhängigkeit von US-Unterstützung. Berlin strebt eine verstärkte heimische Produktion von Ausrüstung und Munition an, um auf mögliche Veränderungen im Engagement Washingtons gegenüber der NATO vorbereitet zu sein.
Die anstehende Verfassungsänderung wird zusätzliche Mittel für die Verteidigung freisetzen und bisherige Haushaltsbeschränkungen lockern. Mit dem Ausbau der Truppen, der Infrastrukturmodernisierung und einer größeren Eigenständigkeit bei der militärischen Versorgung positioniert sich Deutschland als stärkerer Akteur in der europäischen Sicherheitspolitik. Die Maßnahmen spiegeln sowohl die NATO-Verpflichtungen wider als auch die Notwendigkeit, sich an eine sich wandelnde geopolitische Landschaft anzupassen.