Microsoft verspricht strengere Datenschutzregeln für europäische Kunden gegen US-Zugriff
Johanna MüllerMicrosoft-Chef: Europäische Daten bleiben in Europa - Microsoft verspricht strengere Datenschutzregeln für europäische Kunden gegen US-Zugriff
Microsoft hat neue Maßnahmen angekündigt, um europäische Bedenken hinsichtlich Datensicherheit und des Zugriffs der US-Regierung zu zerstreuen. Auf einer Veranstaltung in München versprach Konzernchef Satya Nadella strengere Schutzmechanismen für die Daten europäischer Kunden, die auf den Servern des Unternehmens gespeichert sind. Der Schritt erfolgt vor dem Hintergrund wachsender Sorren in Europa über mögliche Überwachungsrisiken im Zusammenhang mit US-Technologieunternehmen.
Zu den Plänen des Unternehmens gehören verschärfte Verschlüsselung, lokale Rechenzentren sowie Tools, um externen Zugriff – selbst von ausländischen Behörden – zu blockieren. Die Deutschland-Chefin von Microsoft betonte zudem, wie wichtig Vertrauen für die zunehmende Nutzung von Künstlicher Intelligenz (KI) in der Region sei.
Die Ankündigung erfolgte während einer Rede Nadellas in München, in der er Schritte skizzierte, um europäischen Kunden mehr Kontrolle über ihre Daten zu geben. Im neuen System verwalten Unternehmen ihre Daten und Anwendungen über private Cloud-Lösungen, die physisch von Microsofts Hauptservern getrennt sind. Durch Verschlüsselung wird sichergestellt, dass nur autorisierte Nutzer auf sensible Informationen zugreifen können.
Microsoft wird zudem einen Dienst namens 'Foundry' einführen, der die Entwicklung von KI auf lokalen Systemen ermöglicht – statt ausschließlich auf Cloud-Speicher angewiesen zu sein. Diese Veränderung zielt darauf ab, die Abhängigkeit von ausländischer Infrastruktur zu verringern. Darüber hinaus verpflichtete sich das Unternehmen, seine Erkenntnisse zu Cyberbedrohungen mit europäischen Kunden zu teilen, um sie bei der Abwehr digitaler Angriffe zu unterstützen.
Agnes Heftberger, Microsofts Deutschland-Chefin, unterstrich, dass Vertrauen entscheidend für eine breitere Akzeptanz von KI in Europa sei. Sie forderte eine 'europäische Datengrenze' – ein Rahmenwerk, das sicherstellt, dass Daten in der Region bleiben und vor ausländischen Eingriffen geschützt sind. Die Änderungen erfolgen zu einem Zeitpunkt, an dem europäische Regulierungsbehörden und Unternehmen zunehmend infrage stellen, ob US-Technologiekonzerne unter den amerikanischen Überwachungsgesetzen überhaupt Datensouveränität garantieren können.
Die neuen Schutzmaßnahmen ermöglichen es europäischen Nutzern, externen Zugriff auf ihre Anwendungen und Daten vollständig zu blockieren – einschließlich Anfragen von Regierungen außerhalb der EU. Microsoft setzt dabei auf lokale Speicherung, Verschlüsselung und den Austausch von Bedrohungsdaten, um langjährige Datenschutzbedenken auszuräumen. Bisher liegt noch keine öffentliche Reaktion der europäischen Behörden auf die jüngsten Zusagen vor.






