Milchbauern in Niedersachsen erhalten keine EU-Hilfe trotz sinkender Rohmilchpreise
Ben SchmidtMilchbauern in Niedersachsen erhalten keine EU-Hilfe trotz sinkender Rohmilchpreise
Landwirtschaftsminister blockieren Hilfsplan für notleidende Milchbauern aus Niedersachsen
Die Landwirtschaftsminister haben einen Vorschlag aus Niedersachsen abgelehnt, der notleidende Milchbauern unterstützen sollte. Die Entscheidung fällt in eine Phase kontinuierlich sinkender Rohmilchpreise, die die Erzeuger unter wachsenden finanziellen Druck setzt. Miriam Staudte, Landwirtschaftsministerin von Niedersachsen, bezeichnete die Ablehnung als einen "vernichtenden Schlag" für die Branche.
Niedersachsen, unterstützt von Bauernverbänden, hatte die EU aufgefordert, Krisenmaßnahmen einzuführen. Der Plan sah vor, die Rohmilchpreise zu stabilisieren und die langfristige Widerstandsfähigkeit der Milchwirtschaft zu stärken. Doch die Minister aus CDU- und SPD-geführten Ländern erkannten zwar die Schwierigkeiten des Sektors an, lehnten jedoch finanzielle Hilfen ab.
Die Preise für Rohmilch in Deutschland sind im vergangenen Jahr stark gefallen. Im Februar 2025 erzielte konventionelle Kuhmilch noch 43,45 Euro pro 100 Kilogramm, doch bis Januar 2026 sank der Preis auf 39,40 Euro. Auch die Ausfuhren von Milchprodukten gingen im Vergleich zum Vorjahresmonat um 11,8 Prozent zurück.
Hinter dem Einbruch stecken mehrere Faktoren. Eine globale Rohstoffkrise, verschärft durch die Konflikte im Nahen Osten, hat die Versorgung mit Energie und Düngemitteln gestört. Die Produktionskosten sind gestiegen, doch die Landwirte können diese Mehrbelastungen nicht weitergeben. Zudem hat die Marktinstabilität Schwächen in den Preissicherungssystemen offenbart.
Staudte kritisierte die Ablehnung als politisch motiviert. Sie warf den von konservativen Ministern geführten Ländern "ideologische Berechnungen" vor, da sie ein freiwilliges Programm zur Angebotsverknappung abgelehnt hätten.
Die Entscheidung lässt die Milchbauern ohne zusätzliche EU-Unterstützung zurück. Die Preise bleiben unter Druck, während die Produktionskosten weiter steigen. Niedersachsen und die Bauernverbände müssen nun nach alternativen Lösungen suchen, um die finanzielle Belastung der Branche zu bewältigen.






