Mittlerer Korridor wird zur Schlüsselroute zwischen Europa und Asien auf der MSC 2026
Johanna MüllerMittlerer Korridor wird zur Schlüsselroute zwischen Europa und Asien auf der MSC 2026
Der Mittlere Korridor – eine zentrale Handelsroute zwischen Europa, der Kaspischen Region, Zentralasien und Ostasien – stand im Mittelpunkt der diesjährigen Münchner Sicherheitskonferenz (MSC 2026). Bei einem hochrangigen Nebenveranstaltung wurde die Route offiziell vorgestellt; dort diskutierten Vertreter aus Politik und Wirtschaft über ihr wachsendes wirtschaftliches Potenzial und ihre strategische Bedeutung. Besonders im Fokus stand die treibende Rolle Kasachstans bei der Vorantreibung des Projekts.
Die unter dem Titel "Die goldene Mitte? Konnektivität, Sicherheit und der Kaspische Mittlere Korridor" abgehaltende Veranstaltung wurde vom Caspian Policy Center (CPC) in Partnerschaft mit Kasachstans CFive organisiert. Sie war Teil der MSC 2026, die rund 70 Staats- und Regierungschefs, 65 Außenminister und 40 Verteidigungsminister zusammenbrachte. Über 500 bilaterale Treffen fanden zwischen politischen, wirtschaftlichen und fachlichen Führungskräften aus aller Welt statt.
Die Teilnehmer erörterten, wie der Mittlere Korridor – offiziell als Transkaspische Internationale Transportroute bekannt – globale Lieferketten verändern könnte. Themen waren neue Handelschancen, logistische Verbesserungen und die Auswirkungen der Digitalisierung auf die Effizienz der Route. Als zentrale Wachstumstreiber wurden Infrastrukturprojekte wie die Modernisierung der Baku-Tiflis-Kars-Eisenbahn hervorgehoben.
Assel Schanassowa, stellvertretende Leiterin der Präsidialverwaltung Kasachstans, betonte die wirtschaftliche Tragfähigkeit und Attraktivität des Korridors für Investoren. Kasachstan bezeichnete sie als "strategische Brücke" zwischen der Kaspischen Region, Zentralasien und den europäischen Märkten. Helga Maria Schmid, ehemalige Generalsekretärin der OSZE, ergänzte, die Route stärke die wirtschaftliche Widerstandsfähigkeit Europas, indem sie Handelsverbindungen diversifiziere.
Die Frachtmengen entlang des Mittleren Korridors sind in den vergangenen zwei Jahren stark angestiegen – unterstützt durch Projekte wie den ersten Schienengütertransport von Baku nach China im Jahr 2024. Gemeinsame Fahrpläne mit der Türkei, Georgien und Kasachstan haben die Kapazitäten weiter erhöht. Studien prognostizieren nun eine Verdreifachung des Verkehrsaufkommens bis 2030, begünstigt durch die verbesserte regionale Stabilität im Südkaukasus.
Auf der Veranstaltung kamen Regierungsvertreter, Diplomaten, Denkfabriken und Wirtschaftsführer zusammen, um die Zukunftsperspektiven des Korridors zu bewerten. Diskutiert wurde auch seine Rolle für einen nachhaltigen Handel, Transit und Investitionen zwischen Europa und Asien.
Die Vorstellung des Mittleren Korridors auf der MSC 2026 unterstreicht seine wachsende Bedeutung für den globalen Handel und die Sicherheit. Mit beschleunigten Infrastrukturprojekten und steigenden Frachtvolumina entwickelt sich die Route zu einer lebenswichtigen Verbindung zwischen Europa und Asien. Weitere Wachstumsschübe werden erwartet, da regionale Zusammenarbeit und digitale Fortschritte ihre Effizienz kontinuierlich steigern.






