Mondglas und Misopaste: Wie Forscher Langzeitmissionen im All revolutionieren
Johanna MüllerMondglas und Misopaste: Wie Forscher Langzeitmissionen im All revolutionieren
Wissenschaftler testen neue Ansätze, um Langzeitmissionen im Weltraum mit zwei ungewöhnlichen Projekten zu unterstützen. Ein Team entwickelt Solarmodule aus Mondglas, um Transportkosten zu senken. Ein anderes fermentiert Misopaste auf der Internationalen Raumstation (ISS), um die astronautische Verpflegung zu verbessern.
Ein gemeinsames Projekt der Universität Potsdam und der Technischen Universität Berlin brachte einen Prototypen für ein Solarmodul hervor. Es nutzt Perowskit-Zellen, die auf einem Substrat aus Mondglas montiert sind. Der Potsdamer Forscher Felix Lang bezeichnete die Idee nach Tests, die die Stabilität und hohe Transparenz des Glases bestätigten, als vielversprechend.
Der Ansatz mit Mondglas zielt darauf ab, die hohen Kosten für den Materialtransport zum Mond zu verringern. Statt schwere Paneele von der Erde aus zu liefern, könnten künftige Missionen sie vor Ort aus lokalen Ressourcen herstellen.
Parallel dazu untersuchte ein separates Experiment im Jahr 2020 die Fermentation von Misopaste an Bord der ISS. Mikrogravitation und Strahlung schufen ein sogenanntes "Weltraum-Terroir", das die mikrobielle Gemeinschaft subtil veränderte. Das Ergebnis war eine Paste mit tieferen, komplexeren Aromen als irdische Varianten.
Maggie Coblentz, eine Forschungsmitarbeiterin am Massachusetts Institute of Technology (MIT), schlug vor, dass fermentierte Lebensmittel eine wertvolle Ergänzung für die Astronautenernährung werden könnten. Die einzigartigen Bedingungen im All verändern nicht nur den Geschmack, sondern bieten auch eine Möglichkeit, auf langen Missionen frische und nährstoffreiche Lebensmittel zu produzieren.
Beide Projekte zeigen innovative Lösungen für eine nachhaltige Raumfahrt. Solarmodule aus Mondglas könnten die Missionskosten durch die Nutzung lokaler Materialien senken. Fermentierte Lebensmittel, geprägt von den Bedingungen im All, könnten bald die Vielfalt und Qualität der Mahlzeiten für Crews fern der Erde verbessern.






