09 May 2026, 12:14

Mozarts Così fan tutte wird zum radikalen Beziehungsexperiment in Wiesbaden

Ein Mann und eine Frau in Fracks, die Mikrofone halten, auf einer Bühne mit einem sitzenden Orchester dahinter in einer dunklen Umgebung.

Mozarts Così fan tutte wird zum radikalen Beziehungsexperiment in Wiesbaden

Das Staatstheater Wiesbaden verwandelt Mozarts Così fan tutte in ein kühnes Echtzeit-Experiment für die neue Spielzeit. Unter der Regie von Marie-Ève Signeyrole wird die Bühne zu einer Kunstschule, in der 20 junge Paare zugleich zu Darstellern und Studienobjekten werden. Mit Eintrittskarten für nur 10 Euro verspricht die Inszenierung hohe emotionale Spannung und ein immersives Erlebnis, das sich weit von der traditionellen Oper entfernt.

Die Vorstellung beginnt, noch bevor das Publikum Platz genommen hat. Hinter der Bühne verschwimmen Kostüme, Wege und Blicke – die Grenze zwischen Zuschauern und Beteiligten wird verwischt. Die übliche Trennung von Bühne und Publikum löst sich auf, alle werden Teil des sich entfaltenden Dramas.

Auf der Bühne sitzen die Paare – zwischen 18 und 35 Jahre alt – wie in einem Kunstkurs und werden den ganzen Abend über beobachtet und auf die Probe gestellt. Vorkenntnisse der Oper sind nicht nötig, doch die Veranstalter raten, Mut und Humor mitzubringen. Das Setting zwingt sowohl die Paare als auch das Publikum, sich in Echtzeit mit Themen wie Intimität, Loyalität und Manipulation auseinanderzusetzen.

Signeyroles Regie ist bewusst scharf und kompromisslos. Ihr Ansatz reißt alle Fassade weg und legt schonungslos die Wahrheit über Beziehungen unter Druck frei. Die Oper, traditionell eine Geschichte von Liebe und Verrat, wird so zum Spiegel für die Teilnehmer – und fordert sie auf, ihre eigenen Bindungen zu hinterfragen.

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Die Ausschreibung für Teilnehmer läuft noch: Junge Paare sind eingeladen, selbst ins Rampenlicht zu treten. Für 10 Euro erleben Zuschauer ein Experiment, das Performance mit persönlicher Reflexion verbindet. Die Produktion soll sowohl die Paare auf der Bühne als auch das Publikum mit nachhallenden Fragen zu Vertrauen, Treue und der Natur zwischenmenschlicher Verbindungen zurücklassen.

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