Münchens historische Wasserrechte wackeln: Neue Beweise erschüttern jahrhundertealte Ansprüche
Ben SchmidtMünchens historische Wasserrechte wackeln: Neue Beweise erschüttern jahrhundertealte Ansprüche
Ein langjähriger Rechtsstreit um die historischen Wasserrechte Münchens nimmt eine neue Wendung. Der Anwalt Benno Ziegler hat neue Beweise vorgelegt, die die Ansprüche der Stadt auf Grundwasser aus dem Mangfalltal infrage stellen. Seine Erkenntnisse stellen die Rechtmäßigkeit jahrhundertealter Leitungen in Frage, die München bis heute versorgen.
Im Mittelpunkt des Streits stehen Wasserleitungen, die zwischen 1924 und 1931 gebaut wurden. Eine zentrale Leitung führt vom Einlaufwerk Reisach bei Miesbach nach Kreuzpullach und wurde errichtet, um den wachsenden Bedarf Münchens zu decken. Diese Leitungen seien laut Rainer List, dem ehemaligen Leiter der Wassergewinnung der SWM, ohne ordnungsgemäße Ankündigung fertiggestellt worden.
Der Fall dreht sich nun um die Frage, ob die Leitungen die gesetzliche Frist von 1908 einhalten. Sollten die Gerichte den Klägern Zieglers Recht geben, könnte München seine historischen Wasserrechte verlieren. Das Urteil könnte zudem präzedenzwirksam sein und künftige Auseinandersetzungen über ältere Infrastruktur beeinflussen.