11 March 2026, 12:13

Münchens OB-Wahl: Reiter scheitert an absoluter Mehrheit – Stichwahl gegen Krause

Ein Mann in weißem Hemd und dunkler Hose sitzt an einem Tisch und schaut ernst, mit dem Text "Die Rasenbetrüger" unten im Bild.

Experte: Reiters Schritt scheint nicht glaubwürdig - Münchens OB-Wahl: Reiter scheitert an absoluter Mehrheit – Stichwahl gegen Krause

Münchens Oberbürgermeister-Wahl geht in die Stichwahl – Reiter verfehlt absoluten Sieg

Nach der ersten Runde der Münchner Oberbürgermeisterwahl steht eine Stichwahl an, da Amtsinhaber Dieter Reiter (SPD) die absolute Mehrheit verfehlte. Der SPD-Kandidat, der einst fast die Hälfte der Stimmen auf sich vereinte, stürzte auf etwa 35,5 % ab. Am 22. März tritt er nun gegen den Grünen-Herausforderer Dominik Krause an – ein Duell, das von jüngsten Skandalen und wandelnden Wählerpräferenzen geprägt ist.

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Reiter ging als klarer Favorit in die Wahl, hatte er doch 2020 noch 47,9 % der Stimmen geholt. Doch seine Kampagne geriet ins Stocken: Unautorisierte Zahlungen an den FC Bayern und die Verwendung des N-Worts in einer Sitzung des Stadtrats beschädigten sein Ansehen nachhaltig. Diese Vorfälle untergruben das Vertrauen der Wähler und trugen zu seinem enttäuschenden Ergebnis in der ersten Runde bei.

Sein Rücktritt als FC-Bayern-Präsident erfolgte erst nach wachsendem Druck – ein Schritt, den die Politikwissenschaftlerin Ursula Münch als wenig glaubwürdig bezeichnete. Münch kritisierte zudem seine zögerliche Entschuldigung und den späten Rückzug als Teil eines Musters mangelnder Kommunikationsfähigkeit. Sie stellte infrage, ob sein Rückzug eine echte Entscheidung oder schlicht ein letzter Ausweg war.

In der Stichwahl trifft Reiter nun auf Krause, der in der ersten Runde 29,5 % erreichte. Zwar gilt Reiter weiterhin als Favorit, doch sein Vorsprung ist brüchig. Die Wähler der ausgeschiedenen Kandidaten – insbesondere der CSU – dürften sich kaum geschlossen hinter Krause und die Grünen stellen. Gleichzeitig wird CSU-Chef Markus Söders Entscheidung, sich nach der ersten Runde neutral zu verhalten, als kalkulierte Strategie gewertet: Er vermeidet eine direkte Einmischung in den Wahlkampf.

Reiters Team arbeitet nun daran, durch die Aufarbeitung vergangener Fehler verlorene Unterstützung zurückzugewinnen. Doch mit erschüttertem Vertrauen bleibt der Ausgang der Stichwahl ungewiss.

Die Entscheidung am 22. März wird zeigen, wer Münchens nächster Oberbürgermeister wird. Reiters einst dominierende Position ist ins Wanken geraten. Sein Wahlkampf muss die anhaltende Verärgerung über sein Krisenmanagement und Kommunikationspannen überwinden. Der Wahlausgang hängt davon ab, ob es ihm gelingt, die Wähler zurückzugewinnen – oder ob Krause die politische Stimmungslage für sich nutzen kann.

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