Münchens Olympia-Bewerbung 2036: ÖDP wirft Stadt Demokratieverstoß vor
Ben SchmidtMünchens Olympia-Bewerbung 2036: ÖDP wirft Stadt Demokratieverstoß vor
München, eine von vier deutschen Städten, die sich um die Austragung der Olympischen Spiele 2036, 2040 oder 2044 bewerben, steht in der Kritik der Ökologisch-Demokratischen Partei (ÖDP). Die Partei bezeichnet den Beschluss der Stadt, die Bewerbung voranzutreiben, als „Schlag ins Gesicht der Demokratie“*.
Tobias Ruff, Fraktionsvorsitzender der ÖDP im Münchner Stadtrat, ist einer der schärfsten Gegner des Olympischen Projekts. Bereits im Vorfeld des Bürgerentscheids 2025 hatte er gegen die Pläne kampagnisiert – unter anderem in der Rolle des Münchner Kindls bei einer Kundgebung. Seine Partei wirft der Stadt vor, in ihren Wahlunterlagen einseitig für die Bewerbung Stellung zu bezogen zu haben. Eine Prüfung der Materialien ergab jedoch keinen Änderungsbedarf.
Die Stadt München verteidigt den Aufruf zur Teilnahme an der Bürgerabstimmung, die für den 26. Oktober angesetzt ist. Die behördliche Überprüfung habe keine Verstöße gegen die Neutralitätspflicht in den verteilten Unterlagen festgestellt. Trotz der Kritik der ÖDP begrüßte Münchens Oberbürgermeister Dieter Reiter (SPD) die Entscheidung und äußerte den Wunsch, „wieder zu einer sachlichen Diskussion über die Olympische Bewerbung“ zurückzukehren.
München hält trotz der Vorwürfe an seiner Olympiaplanung fest. Die Stadt betont, auf Nachhaltigkeit zu setzen und nur minimal neue Wettkampfstätten bauen zu wollen. Der Bürgerentscheid findet am 26. Oktober statt – München verspricht ein faires und neutrales Verfahren.