Münchens S-Bahn testet revolutionäres Rangieren ohne Lokführer per Fernsteuerung
Johanna MüllerPilotprojekt: Münchner S-Bahn steuert Zug Remote - Münchens S-Bahn testet revolutionäres Rangieren ohne Lokführer per Fernsteuerung
Münchens S-Bahn testet ferngesteuertes Rangieren ohne Lokführer
Zum ersten Mal in Deutschland wird in München ein neues System erprobt, mit dem Züge ohne Personal an Bord bewegt werden können. Durch ferngesteuertes Rangieren sollen Abläufe beschleunigt werden – eine Innovation, die bald den gesamten Schienenverkehr in Deutschland verändern könnte.
Das Pilotprojekt, das am 29. Januar 2026 startete, ermöglicht es Mitarbeitenden, Züge aus der Ferne zu steuern. Mithilfe eines Tablets oder einer 5G-vernetzten Leitstelle können sie Türen öffnen, Abfahrten signalisieren und die Beleuchtung anpassen. Diese Fernsteuerung soll dazu beitragen, dass Züge nach Reinigung oder Wartung schneller wieder in den Dienst gehen.
Ziel der Technologie ist es, die S-Bahn effizienter und attraktiver für Beschäftigte zu machen. Harmen van Zijderveld, im Vorstand der DB Gruppe zuständig für den Regionalverkehr, betonte das Potenzial, Kosten zu senken und den Service zu verbessern. Bei einer Genehmigung könnte das System über München hinaus eingesetzt werden.
Für die flächendeckende Einführung sind rund 25 Millionen Euro an Landesförderung nötig. Zudem steht noch die Zertifizierung aus, bevor das System breiter genutzt werden kann. Bis 2028 könnten die ersten 100 der 300 Münchner S-Bahn-Züge mit ferngesteuertem Rangieren fahren.
Doch die Pläne gehen noch weiter: Bei Erfolg ließe sich das System an andere Zugmodelle anpassen und in Städten wie Frankfurt, Stuttgart oder Köln einführen.
Der Versuch markiert einen wichtigen Schritt zur Modernisierung der deutschen Bahnnetze. Schnellere Umschlagzeiten und geringere Kosten könnten sowohl Fahrgästen als auch Mitarbeitenden zugutekommen. Ob das System in den kommenden Jahren zum Standard wird, hängt nun von der offiziellen Zulassung und der Finanzierung ab.