05 February 2026, 12:34

Münchens zweite S-Bahn-Stammstrecke: 11 Milliarden für mehr Kapazität im Untergrund

Detailierter Routenplan der Münchner U-Bahn auf einer Glaswand dargestellt.

Bahn errichtet Zwischengebäude am Münchner Hauptbahnhof - Münchens zweite S-Bahn-Stammstrecke: 11 Milliarden für mehr Kapazität im Untergrund

Münchens neue zweite S-Bahn-Stammstrecke ist einen Schritt näher an die Realität gerückt: Die Hauptbauarbeiten der Deutschen Bahn (DB) sollen 2024 beginnen. Das mit 11 Milliarden Euro veranschlagte Projekt zählt zu den größten Infrastrukturvorhaben Deutschlands und soll die massive Überlastung im Münchner Schienennetz entschärfen. Nach Fertigstellung wird die Strecke eine zweite unterirdische Verbindung schaffen, um den aktuellen Engpass im Stadtzentrum zu umgehen.

Ab März 2024 nehmen die Vorbereitungen der DB Fahrt auf: Am Münchner Hauptbahnhof entsteht ein fünfstöckiges Provisorium, das voraussichtlich bis Mitte 2027 fertiggestellt wird. Dort werden während der Bauarbeiten am Hauptbahnhofsgebäude und den neuen Tunneln zentrale Dienstleistungen wie das Reisezentrum und die Schließfächer untergebracht. Gleichzeitig wird die bestehende Baugrube am westlichen Ausgang erweitert, um Platz für die künftige U9-U-Bahn-Linie zu schaffen.

Im Laufe des Jahres 2024 beginnen am Ostbahnhof spezialisierte Tiefgründungsarbeiten für den neuen unterirdischen Haltepunkt. Parallel wird die Startrampe für die Tunnelbohrmaschinen im Osten der Stadt vorbereitet. Die erste dieser Giganten – ein 178 Meter langer, 700 Tonnen schwerer Bohrer – wird ab September einen Erkundungs- und Rettungstunnel auffahren. Zeitgleich wird der nördliche Flügel des Starnberger Flügelbahnhofs am Hauptbahnhof abgerissen, um Platz für das Großprojekt der Deutschen Bahn zu machen.

Die neue Strecke wird mit den tiefsten Bahnhöfen Deutschlands aufwarten: Die Gleise unter dem Hauptbahnhof und am Marienhof liegen über 40 Meter unter der Erde. Während die Modernisierung der bestehenden S-Bahn-Stammstrecke bis 2030 abgeschlossen sein soll, hängt die Inbetriebnahme der zweiten Kernstrecke von der Installation des ETCS-Zugsicherungssystems ab. Ein konkretes Datum steht noch nicht fest, doch das gesamte Projekt muss spätestens bis 2037 fertiggestellt sein.

Langfristig wird die zweite S-Bahn-Stammstrecke die Kapazitäten im Münchner Zentrum verdoppeln und so mehr Züge ohne Verspätungen ermöglichen. Bis dahin stehen jedoch Jahre voller Bauarbeiten bevor – mit wichtigen Meilensteinen wie der Fertigstellung des Provisoriums 2027 und dem Start der Tunnelbohrungen noch in diesem Jahr. Der Erfolg des Vorhabens hängt davon ab, ob sowohl die Infrastruktur als auch die notwendigen Signaltechnik-Upgrades termingerecht umgesetzt werden.