Munich Re investiert 24 Prozent in norwegischen Windkraft-Spezialisten FOWIC
Hannah BöhmMunich Re investiert 24 Prozent in norwegischen Windkraft-Spezialisten FOWIC
Munich Re steigt mit großer Beteiligung in den Offshore-Windsektor ein
Die Munich Re hat ihren Einstieg in den Offshore-Windmarkt mit dem Erwerb einer langfristigen Beteiligung an Fred. Olsen Windcarrier (FOWIC) besiegelt. Wie diese Woche bekannt gegeben wurde, hält der deutsche Rückversicherer künftig rund 24 Prozent an dem norwegischen Spezialisten für Windkraftinstallationen. Die Transaktion folgt auf Indiens jüngste Entscheidung, die ausländischen Besitzgrenzen in seinem Versicherungsmarkt aufzuheben – ein Schritt, der globale Akteure wie die Munich Re mit neuen strategischen Chancen ausstattet.
Der Deal fällt zudem in eine Phase, in der der Marktwert von FOWIC innerhalb der letzten zwei Jahre um 45 Prozent gestiegen ist, angetrieben durch die wachsende Nachfrage nach Infrastruktur für erneuerbare Energien.
Die erste Phase der Übernahme wurde am Dienstag abgeschlossen, wie der norwegische Energiekonzern Bonheur ASA mitteilte. Ein zweiter Abschluss ist für das dritte Quartal 2027 geplant. Federführend bei der Akquisition war die Vermögensverwaltungsabteilung der Munich Re, MEAG, was die strategische Ausrichtung des Unternehmens auf nachhaltige Infrastruktur unterstreicht.
FOWIC verzeichnete ein starkes Wachstum: Die Marktkapitalisierung kletterte von 4,2 Milliarden norwegischen Kronen (NOK) im Februar 2024 auf 6,1 Milliarden NOK zu Beginn des Jahres 2026. Dieser Anstieg spiegelt die zunehmenden Aufträge mit großen Entwicklern wie Ørsted und Vestas wider, unterstützt durch förderliche Politiken der EU und der USA. Kurzfristig stand die Aktie jedoch unter Druck – sie verlor in den letzten 30 Tagen 4,44 Prozent und notiert aktuell 6,31 Prozent unter ihrem 200-Tage-Durchschnitt.
Unterdessen liegt der Aktienkurs der Munich Re bei 516,00 Euro, knapp über dem 52-Wochen-Tief von 506,80 Euro. Das Unternehmen betrachtet die FOWIC-Beteiligung als zentralen Baustein ihrer Strategie, sich auf erneuerbare Energien und die globale Energiewende zu konzentrieren.
Indiens jüngste regulatorische Lockerung – die nun 100-prozentigen ausländischen Besitz in der Versicherungsbranche erlaubt – eröffnet der Munich Re zudem größere Flexibilität, um ihre Präsenz in einem schnell wachsenden Markt auszubauen.
Mit dem abgeschlossenen Deal positioniert sich die Munich Re als bedeutender Akteur in der Offshore-Windinstallation und hält nach vollständiger Umsetzung 24 Prozent an FOWIC. Die Strategie des Unternehmens passt zur steigenden Nachfrage nach Infrastruktur für erneuerbare Energien, während Indiens liberalisierte Besitzregeln zusätzliche Expansionsmöglichkeiten bieten. Der zweite Teil der Transaktion soll voraussichtlich Ende 2027 abgeschlossen werden, vorbehaltlich der finalen Genehmigungen.