NATO rüstet sich mit neuem Cyberverteidigungszentrum gegen digitale Angriffe aus China

Ben Schmidt
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Eine farbenfrohe Karte der Strategic Alliance Cyber Crime Working Group mit umliegenden organisationalen Logos und fettem schwarzem Text.Ben Schmidt

NATO rüstet sich mit neuem Cyberverteidigungszentrum gegen digitale Angriffe aus China

NATO verstärkt seine Cyberabwehr angesichts wachsender digitaler Bedrohungen

Während physische Konflikte zunehmen, baut die NATO ihre Cyberverteidigung aus. Radmila Shekerinska warnte auf der Münchner Cyber-Sicherheitskonferenz, dass Gegner wie Russland und China mittlerweile in beiden Bereichen – militärisch und digital – agieren. Das Bündnis hat beschlossen, die Verteidigungsausgaben zu erhöhen, wobei Cybersicherheit eine zentrale Rolle in der neuen Strategie spielt.

Im Dezember 2022 war Polen Ziel koordinierter Cyberangriffe auf seine Energieinfrastruktur. Die Attacken, die die Versorgung hätten stören können, wurden zwar von einem Intrusion-Detection-System (IDS) erkannt und abgewehrt. Doch die Angreifer nutzten schwache Passwörter aus und deckten so grundlegende Sicherheitslücken auf. Seitdem hat Polen in stärkere Schutzmaßnahmen, Systemmodernisierungen und neue Gesetze investiert, um künftige Vorfälle zu verhindern.

Auf dem NATO-Gipfel in Den Haag verpflichteten sich die Mitgliedsstaaten, ihre Gesamtverteidigungsausgaben innerhalb von zehn Jahren auf 5 % des BIP zu steigern. Davon sollen 3,5 % in die klassischen Streitkräfte fließen, während 1,5 % für indirekte Verteidigung – darunter Cybersicherheit – vorgesehen sind. Kritiker bemängeln jedoch, dass dadurch bestehende Programme lediglich umetikettiert statt wirklich neue Fähigkeiten geschaffen werden könnten.

Shekerinska nannte Russland und China als Hauptbedrohungen, die mit Taktiken operieren, die Verantwortlichkeiten verschleiern und Abstreitbarkeit ermöglichen. Als Reaktion richtete die NATO ein neues, integriertes Cyberverteidigungszentrum ein, das Militärs, zivile Experten und Industrievertreter vereint. Ihre Aufgabe besteht darin, Schwachstellen zu analysieren, Bedrohungen zu bewerten und Kommandeure über Risiken für militärische wie zivile Netze zu beraten.

Auch Länder wie Großbritannien und Deutschland gehen in die Offensive: Sie benennen feindliche Cyberaktivitäten öffentlich und stärken die eigenen Abwehrsysteme. Shekerinska betonte, dass eine engere Zusammenarbeit zwischen Regierungen, Streitkräften und Privatwirtschaft entscheidend sei, um den Cyberraum wirksam zu schützen.

Der NATO-Plan kombiniert höhere Investitionen, Innovation und Resilienz – mit der Cyberverteidigung als Kernstück. Ziel ist es, Angriffe auf militärische Systeme, kritische Infrastrukturen und öffentliche Dienstleistungen abzuwehren. Der Erfolg hängt jedoch davon ab, ob es gelingt, die Zusammenarbeit zu intensivieren und konkrete Maßnahmen umzusetzen, statt auf umgewidmete Ansätze zu setzen.

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