02 February 2026, 18:23

Neue Chance für die Bahnverbindung München–Prag nach gescheiterter Ausschreibung

Eine alte Karte mit einer roten Linie, die eine Zugroute von Prag nach Prag anzeigt, gefüllt mit Text und Zahlen, die die Route detailieren.

Neue Ausschreibung: Betreiber für die München - Prag-Bahn gesucht - Neue Chance für die Bahnverbindung München–Prag nach gescheiterter Ausschreibung

Strecke München–Prag sucht neuen Betreiber nach gescheiterter Ausschreibung 2024

Nach einer gescheiterten Ausschreibung im Jahr 2024, die keine Angebote hervorgebracht hatte, suchen die Behörden in Bayern und Tschechien nun einen neuen Betreiber für die Eisenbahnverbindung München–Prag. Der Auswahlprozess wurde mit angepassten Bedingungen neu gestartet. Die 440 Kilometer lange Strecke benötigt derzeit über fünf Stunden – eine Reisezeit, die sich in den letzten zehn Jahren kaum verbessert hat.

Die Verbindung kämpft seit Langem mit den Folgen ihrer komplexen Geschichte und veralteten Infrastruktur. Die im 19. Jahrhundert gebaute Strecke schlängelt sich durch den Bayerischen Wald und die böhmischen Hügel, meidet steile Steigungen und alte politische Grenzen. Eingleisige Abschnitte und unterschiedliche Stromsysteme – Deutschlands 15-kV-Wechselstrom gegenüber den tschechischen 25-kV- oder 3-kV-Gleichstromnetzen – begrenzen die Höchstgeschwindigkeiten auf 100 bis 160 km/h. Trotz kleinerer Modernisierungen beim Rollmaterial hat sich die Fahrzeit nur minimal verkürzt: von 5,5 auf etwa 5 Stunden und 15 Minuten.

Die neue Ausschreibung vereinfacht die Anforderungen, um die Kosten für potenzielle Betreiber zu senken. Der erfolgreiche Bieter muss sich auf einen 15-jährigen Vertrag von Ende 2031 bis Ende 2046 verpflichten. Er ist verpflichtet, neue Wagen mit WLAN und Klimaanlage anzuschaffen, während die Lokomotiven auch gebraucht sein dürfen. Jeder Zug muss mindestens 500 Sitzplätze bieten. Die Strecke, die derzeit von Regionalzügen bedient wird, bleibt trotz langsamer Geschwindigkeiten und lückenhafter Elektrifizierung eine wichtige internationale Verbindung.

Bemühungen zur Modernisierung der Strecke stocken seit Jahren. Da die Ausschreibung 2024 ohne Angebote blieb, sahen sich die Verantwortlichen gezwungen, die Bedingungen zu überarbeiten. Die aktualisierten Kriterien sollen den Vertrag attraktiver machen und gleichzeitig bessere Leistungen für die Fahrgäste sichern.

Die neu aufgelegte Ausschreibung bietet eine erneute Chance, die Verbindung München–Prag zu verbessern. Bei Erfolg wird der neue Betreiber modernisierte Züge einführen und die Strecke 15 Jahre lang betreiben. Deutliche Verkürzungen der Fahrzeit sind jedoch ohne umfangreiche Infrastrukturinvestitionen unwahrscheinlich.