Neue Kirche in Bayreuth trotzt dem Trend der flächendeckenden Schließungen
Hannah BöhmGegen den Trend: Eine neue Kirche eröffnet in Bayreuth - Neue Kirche in Bayreuth trotzt dem Trend der flächendeckenden Schließungen
Neue evangelische Kirche in Bayreuths Stadtteil Laineck eröffnet am 6. Januar 2025 – ein Gegenentwurf zum bayernweiten Trend der Kirchenschließungen
Im Bayreuther Stadtteil Laineck wird am 6. Januar 2025 eine neue evangelische Kirche eröffnet – ein ungewöhnlicher Schritt angesichts der zahlreichen Schließungen in ganz Bayern. Die Epiphanias-Kirche ersetzt einen 50 Jahre alten Provisoriumsbau, der mit der Zeit baufällig geworden war. Der Neubau entsteht zu einer Zeit, in der sowohl katholische als auch evangelische Kirchen unter finanziellen Belastungen leiden, verursacht durch sinkende Mitgliederzahlen und rückläufige Einnahmen.
Die alte Epiphanias-Kirche, die in den 1970er-Jahren als vorübergehende Lösung errichtet worden war, war nach Jahrzehnten der Nutzung nicht mehr nutzbar. Die Planung für einen Ersatz begann bereits vor 20 Jahren, doch erst im Januar 2023 konnten die Bauarbeiten starten. Die neuen Räumlichkeiten kosteten fast 2 Millionen Euro, finanziert durch Mittel der regionalen evangelischen Landeskirche sowie durch lokale Spenden und Sponsoren.
Das moderne Gebäude dient nicht nur als Gottesdienstraum, sondern auch als Begegnungsstätte für die Gemeinde. Es bietet Platz für 160 Personen und beherbergt Chorproben, Konfirmandenunterricht sowie öffentliche Veranstaltungen. Sein flexibles Design spiegelt den Wandel wider, hin zu multifunktionalen Räumen – eine Reaktion auf schrumpfende Gemeinden. Bayernweit kämpfen Kirchen darum, ihre Immobilien zu erhalten. Die Evangelisch-Lutherische Kirche reduziert ihr Portfolio aufgrund von Mitgliederverlusten, Personalabbau und sinkenden Kirchensteuereinnahmen. Auch katholische Diözesen wie München-Freising und Bamberg haben Sparmaßnahmen angekündigt, insbesondere bei Gebäuden. Größere Neubauten katholischer Kirchen gab es in den letzten Jahren nicht mehr; stattdessen steht die Bewirtschaftung bestehender Gebäude im Fokus. Die letzte Kirchweihe in Bayern fand im Dezember 2024 in Utting am Ammersee statt. Viele ältere Gebäude wurden bereits entwidmet, da der finanzielle Druck steigt – der Bayreuther Neubau bildet hier eine seltene Ausnahme.
Die Eröffnung der Epiphanias-Kirche markiert einen der wenigen Momente des Wachstums in einer Phase weitreichender Konsolidierung. Ihr multifunktionales Konzept soll den Bedürfnissen einer zwar kleineren, aber aktiven Gemeinde gerecht werden. Unterdessen prüfen Kirchen in ganz Bayern weiterhin, welche Gebäude sie langfristig noch betreiben können.