Neues EES-System revolutioniert Einreise in den Schengen-Raum mit Biometrie statt Stempeln
Hannah BöhmNeues EES-System revolutioniert Einreise in den Schengen-Raum mit Biometrie statt Stempeln
Ein neues digitales System erfasst nun Reisende, die in den Schengen-Raum ein- oder ausreisen. Das Einreise-/Ausreisesystem (EES) ersetzt manuelle Passstempel durch Echtzeit-Biometrieprüfungen. Behörden zufolge soll es die Sicherheit erhöhen, ohne die Grenzen für den freien Binnenverkehr innerhalb der Zone zu schließen.
Das EES zeichnet Ein- und Ausreisen von Nicht-EU-Bürgern mithilfe von Gesichtsaufnahmen, Fingerabdrücken und Passdaten auf. Diese Informationen werden in einer zentralen EU-Datenbank gespeichert und mit den Grenzkontrollsystemen der Mitgliedsländer verknüpft. Ziel ist es, Identitätsbetrug einzudämmen und Besucher zu identifizieren, die ihr Visum überziehen.
An Flughäfen wie Nürnberg und Memmingen betrifft die Umstellung Millionen Passagiere. Beide Drehkreuze verzeichnen zusammen jährlich über drei Millionen Schengen-Grenzübertritte. Nürnberg verzeichnete 2025 mit rund 4,5 Millionen Reisenden sogar einen Rekord.
Bayerns Innenminister Joachim Herrmann erläuterte, dass das EES mit verschärften Landgrenzkontrollen einhergeht. Zudem ermöglicht es eine präzisere Überwachung des Flugverkehrs. Der Erfolg des Systems hänge von wirksamen Außengrenzkontrollen ab, die es den Schengen-Staaten erlauben, die Binnengrenzen offen zu halten.
Das EES markiert den Wechsel von Papienstempeln zu einer automatisierten Erfassung von Drittstaatsangehörigen. Biometrische Daten sollen künftig Identitäten überprüfen und Visumregeln strenger durchsetzen. Wie viele Reisende bisher erfasst wurden, bleibt unklar – offizielle Zahlen für 2023 liegen noch nicht vor.