28 June 2026, 00:15

Neues Energieabkommen: Deutschland setzt auf Effizienz und Braunkohle-Reserve für Klimaziele 2020

Deutsche Regierung adoptiert verwässertes Klimaplan

Neues Energieabkommen: Deutschland setzt auf Effizienz und Braunkohle-Reserve für Klimaziele 2020

Die deutsche Bundesregierung hat ein neues Energieabkommen verkündet, um ihre Klimaziele für 2020 zu erreichen. Darin enthalten sind zusätzliche Mittel in Höhe von einer Milliarde Euro jährlich für Maßnahmen zur Steigerung der Energieeffizienz. Der Plan sieht zudem Änderungen bei der Arbeitsweise von Braunkohlekraftwerken auf dem Strommarkt vor.

Laut Vereinbarung werden Kraftwerke mit einer Leistung von 2,7 Gigawatt aus dem Großhandelsstrommarkt genommen und in eine Kapazitätsreserve überführt. Betreiber von Atomkraftwerken müssen künftig selbst für die Entsorgung ihres radioaktiven Abfalls aufkommen.

Die Regierung verzichtete auf die geplante Einführung eines nationalen Emissionshandels für Braunkohlestrom. Auch die von großen Energieversorgern vorangetriebene Idee eines Kapazitätsmarktes wurde abgelehnt, wie der Bundesverband Erneuerbare Energie (BEE) mitteilte.

Der Ausbau der Stromnetze soll fortgesetzt werden, wobei der Fokus auf der optimalen Nutzung bestehender Leitungen und dem Verlegen weiterer Erdkabel liegt. Unklar bleibt jedoch, welche Braunkohlekraftwerke konkret vom Netz gehen werden.

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Kritik an dem Deal gibt es bereits. Das Deutsche Institut für Wirtschaftsforschung (DIW) argumentiert, dass die geplante Braunkohle-Reserve teurer sei und weniger Emissionen einspare als die zuvor gescheiterte Klimaschutzabgabe. Greenpeace verurteilte die Einigung und wies darauf hin, dass stillgelegte Kohlekraftwerke weiterhin Zahlungen erhalten, um in Bereitschaft zu bleiben.

Das Abkommen sieht neue finanzielle Förderung für Energieeffizienz vor und überführt Braunkohlekraftwerke in ein Reservesystem. Zudem werden die Verantwortlichkeiten für die Atommüllentsorgung geklärt und der Netzausbau vorangetrieben. Die Umweltberater der Regierung hatten zuvor gefordert, den Großteil der fossilen Brennstoffe – einschließlich Braunkohle – im Boden zu belassen.

Quelle