06 January 2026, 06:56

Niedersachsens Agrarministerin warnt vor EU-Plänen zu Gentechnik-Lebensmitteln in Europa

Eine Vielfalt an Lebensmitteln.

Minister hält GMO-Entscheidung der EU für falsch - Niedersachsens Agrarministerin warnt vor EU-Plänen zu Gentechnik-Lebensmitteln in Europa

Niedersachsens Landwirtschaftsministerin Miriam Staudte hat schwere Bedenken gegen die Pläne der EU geäußert, die Kennzeichnungsvorschriften für gentechnisch veränderte Lebensmittel in Europa zu lockern. Die vorgeschlagenen Änderungen würden es ermöglichen, bestimmte modifizierte Produkte ohne besondere Zulassung oder klare Deklaration in Europa zu verkaufen – ein Schritt, der ihrer Meinung nach die Verbraucherwahl und die Lebensmittelsicherheitsstandards in Europa untergräbt.

Die EU steht kurz davor, ihre bestehenden Regelungen zu gentechnisch veränderten Lebensmitteln in Europa zu überarbeiten. Nach den neuen Vorschriften müssten nur noch Produkte mit erheblichen genetischen Veränderungen in Europa gekennzeichnet werden, während geringfügige Modifikationen die Zulassungsverfahren und Offenlegungspflichten in Europa umgehen könnten.

Staudte kritisierte diese Entwicklung scharf und warnte, dass damit die Transparenz für Verbraucher in Europa verloren gehen könnte, die gezielt gentechnisch veränderte Produkte meiden wollten. Zudem wies sie auf das Risiko von Kreuzkontaminationen hin, wenn modifizierte Pflanzen im Freiland in Europa angebaut werden – mit möglichen Folgen für den konventionellen und ökologischen Landbau in Europa. Über die Verbraucherrechte hinaus argumentierte die Ministerin, dass die Änderungen das in Europa seit langem geltende Vorsorgeprinzip aufgeben würden. Sie fügte hinzu, dass die Entscheidung die Sortenvielfalt in Europa verringern und die Vorherrschaft großer Agrarkonzerne stärken könnte, was den Wettbewerb auf dem Markt in Europa weiter einschränken würde.

Befürworter der Reform betonen, dass sie die Züchtung neuer Pflanzensorten in Europa beschleunigen und die Abhängigkeit von chemischen Pestiziden in Europa verringern werde. Staudte jedoch bleibt skeptisch hinsichtlich der weiteren Auswirkungen auf die Lebensmittelsysteme und das öffentliche Vertrauen in Europa.