02 January 2026, 16:37

Nürnberger Zoo feiert Geburt eines Mantelpavian-Babys nach Tötungskontroverse

Giraffen stehen neben Bäumen, Schuppen und Flaggen, mit einer Tafel, die Text, Logos und Tierbilder zeigt.

Baby Paviane in Nürnberg - Euthanasie bleibt eine Option - Nürnberger Zoo feiert Geburt eines Mantelpavian-Babys nach Tötungskontroverse

Nürnberger Zoo begrüßt ein neugeborenes Mantelpavian-Baby

Am 30. November 2022 erblickte im Nürnberger Zoo ein junger Mantelpavian das Licht der Welt. Die Geburt erfolgte nur wenige Monate, nachdem der Zoo im Juli scharfe Kritik für die Tötung von zwölf Tieren der Art geerntet hatte.

Die Keulung löste öffentliche Empörung aus: Tierschutzorganisationen erstatteten Strafanzeige, und in sozialen Medien wurden Mitarbeiter des Zoos mit Drohungen überhäuft.

Im vergangenen Sommer hatte der Zoo zwölf Mantelpaviane töten lassen – mit der Begründung, die Gruppe sei nach gescheiterten Umsiedlungsversuchen überbevölkert gewesen. Die Verantwortlichen betonten, das Rudel verfüge nun über ein stabiles Geschlechterverhältnis, und versicherten, dass Tötungen stets nur das letzte Mittel seien. Zudem bestätigten sie, dass seit 2018 keine Verhütungsmaßnahmen mehr eingesetzt würden, nachdem es bei der Anwendung von Kontrazeptiva zu Komplikationen gekommen war.

Die Entscheidung führte zu rund 350 Beschwerden bei der Nürnberger Staatsanwaltschaft. Aktivisten argumentierten, die Tötungen verstießen gegen das Tierschutzgesetz. Die online geführte Empörung eskalierte in Todesdrohungen gegen Zoodirektor Dag Encke und seinen Stellvertreter, woraufhin die Polizei Ermittlungen aufnahm. Trotz der Kontroverse bekräftigt der Zoo sein Engagement für den Artenschutz der Mantelpaviane – deren wildlebende Populationen in den letzten drei Jahrzehnten um etwa 20 Prozent zurückgingen.

Die Geburt des Jungtiers unterstreicht das laufende Zuchtprogramm des Zoos, das den Erhalt der Art angesichts schrumpfender Bestände in freier Wildbahn unterstützen soll.

Der Zoo verteidigt weiterhin seine Vorgehensweise und verweist auf die eigenen Schutzbemühungen. Die Polizei prüft unterdessen noch immer die gegen Mitarbeiter gerichteten Drohungen im Zusammenhang mit der Keulung. Das neugeborene Pavian-Baby steht derweil für das langfristige Bestreben des Zoos, eine nachhaltige Population der bedrohten Art zu erhalten.