Österreich liefert grünen Wasserstoff nach Deutschland – doch ein Register fehlt noch
Elias BraunÖsterreich liefert grünen Wasserstoff nach Deutschland – doch ein Register fehlt noch
Grünes Wasserstoff-Projekt über die Grenze: Seit 2024 liefert Österreich nach Deutschland
Seit 2024 versorgt ein grenzüberschreitendes Projekt für grünen Wasserstoff Deutschland mit Treibstoff aus Österreich. Die 2021 gestartete Initiative wird von zentralen Akteuren wie der RAG Austria AG, der Bayernets GmbH und der Shell Deutschland GmbH getragen, während die Meggle Holding SE als Abnehmer des Wasserstoffs fungiert. Bis Januar 2026 wurden rund 630 Megawattstunden (MWh) Wasserstoff über die Grenze transportiert.
Das H2-Grenzprojekt nahm 2024 den Betrieb auf, wobei die transportierten Mengen im Laufe des Jahres 2025 und zu Beginn von 2026 schrittweise gesteigert wurden. Diese Entwicklung wurde durch den Ausbau der Pipeline-Infrastruktur, die wachsende Nachfrage der deutschen Industrie sowie die verbesserten Produktionskapazitäten in Österreich ermöglicht. Seit September 2024 wird der grüne Wasserstoff in das österreichische Erdgasnetz eingespeist, bevor er in das Netz der Bayernets in Deutschland überführt wird.
Trotz der Fortschritte bleibt eine zentrale Herausforderung bestehen: Die in Österreich ausgestellten Herkunftsnachweise für den Wasserstoff können nicht nach Deutschland übertragen werden. Fehlende Kompatibilität der Registersysteme verhindert die grenzüberschreitende Anerkennung dieser Dokumente. Die Projektbeteiligten fordern seit Langem, dass Deutschland ein eigenes Register einrichtet und seine Systeme mit denen Österreichs und der Nachbarländer abstimmt.
Das Umweltbundesamt (UBA) ist in Deutschland für die Einrichtung des nationalen Registers zuständig, doch ein konkreter Zeitplan für die Fertigstellung steht noch aus. Solange dieses System nicht funktioniert, bleibt das volle Potenzial des grenzüberschreitenden Wasserstoffhandels ungenutzt.
Stand Januar 2026 hatte das Projekt erfolgreich 630 MWh grünen Wasserstoff von Österreich nach Deutschland geliefert. Die fehlende Übertragbarkeit der Herkunftsnachweise stellt jedoch weiterhin ein Hindernis dar. Für einen reibungsloseren grenzüberschreitenden Wasserstoffhandel wären die Schaffung eines deutschen Registers und eine bessere Abstimmung zwischen den Ländern unerlässlich.






