Parkinson als Berufskrankheit: Landwirte zahlen die Zeche für Pestizidfolgen
Elias BraunParkinson als Berufskrankheit: Landwirte zahlen die Zeche für Pestizidfolgen
Deutschland hat die Parkinson-Krankheit offiziell als Berufskrankheit für Landwirte unter strengen Auflagen anerkannt. Die Entscheidung fällt zu einem Zeitpunkt, an dem Behörden Tausende Fälle prüfen, die einen Zusammenhang zwischen Pestizidbelastung und der Erkrankung herstellen. Unterdessen hat Dänemark 23 Pestizide verboten, darunter fünf mit PFAS, was wichtige Kulturen wie Kartoffeln und Rüben betrifft.
Auch die Europäische Kommission treibt Pläne voran, alle PFAS-Chemikalien bis 2029 schrittweise zu verbieten, wobei für bestimmte Branchen Übergangszeiten von bis zu 13,5 Jahren vorgesehen sind.
In Deutschland gilt Parkinson nun als Berufskrankheit – allerdings nur für Landwirte, die in ihrer Laufbahn mindestens 100 Tage lang Pflanzenschutzmittel ausgebracht haben. Die landwirtschaftliche Berufsgenossenschaft SVLFG prüft derzeit rund 8.000 Anträge, von denen 3.000 bereits abgelehnt wurden und weitere 3.000 noch in Bearbeitung sind. Aufgrund steigender Kosten hat der Verband kürzlich die Beiträge für alle Landwirte um 20 Prozent erhöht.
Der Deutsche Bauernverband kritisiert die finanzielle Belastung und argumentiert, dass berufsbedingte Erkrankungen über die gesetzliche Unfallversicherung und nicht durch kollektive Beiträge abgedeckt werden sollten. Die Arbeitsgemeinschaft bäuerliche Landwirtschaft begrüßt zwar die Anerkennung von Parkinson als Berufskrankheit, besteht jedoch darauf, dass die Kosten von Pestizidherstellern oder Zulassungsbehörden – und nicht von den Landwirten – getragen werden müssen.
In Dänemark hat die Umweltbehörde 23 Pestizide verboten, darunter fünf mit PFAS-Gehalt. Diese Chemikalien wurden vor allem im Kartoffel- und Rübenanbau eingesetzt. Der Schritt steht im Einklang mit den umfassenderen EU-Bestrebungen, PFAS einzuschränken. Die Europäische Kommission schlägt ein vollständiges Verbot bis 2029 vor, wobei einige Branchen Übergangsregelungen von bis zu 13,5 Jahren erhalten könnten.
Die Änderungen bedeuten strengere Vorschriften für Landwirte in ganz Europa: In Deutschland gelten nun die neuen Regeln zur Berufskrankheit, in Dänemark die Pestizidverbote. Die bevorstehenden PFAS-Beschränkungen der EU werden den Chemikalieneinsatz in der Landwirtschaft weiter einschränken. Landwirte und Branchenverbände diskutieren weiterhin, wer die Kosten für gesundheitliche Folgen durch Pestizidbelastung tragen soll.






