Peter Pilz provoziert mit neuem Buch – und erhält prompt Vorladung vom Staatsschutz
Ben SchmidtPeter Pilz provoziert mit neuem Buch – und erhält prompt Vorladung vom Staatsschutz
Peter Pilz hat ein zweites Buch mit dem Titel "Spuren im Schlamm" veröffentlicht, das sich mit dem Tod von Christian Pilnacek auseinandersetzt. Die Buchpräsentation fand am Mittwoch statt – nur wenige Stunden später erhielt er eine Vorladung vom Staatsschutz- und Extremismusbekämpfungsamt. Die Behörden warfen ihm vor, eine offizielle Institution beleidigt zu haben.
Die Veranstaltung wurde von Michael Nikbakhsh moderiert und zog prominente politische Persönlichkeiten an. Unter den Gästen waren der ehemalige Vizekanzler Werner Kogler sowie die Klubobleute Kai Jan Krainer, Sophie Wotschke und Nina Tomaselli. In seinem neuen Werk geht Pilz ungelösten Fragen nach, darunter der Schlamm an Pilnaceks Hose zum Zeitpunkt seines Todes.
Pilz schlug vor, eine 3D-Rekonstruktion zu nutzen, um die Umstände von Pilnaceks Tod aufzuklären. Zudem kritisierte er die Staatsanwaltschaft Wien und deren Leiter Johann Fuchs scharf, weil diese ihn wiederholt ohne formelle Anklage ermitteln ließen. Das Buch ist zutiefst persönlich und richtet sich gegen mächtige Institutionen, denen er vorwirft, Whistleblower statt Kriminelle zu verfolgen.
Der streitbare Autor hat eine Geschichte des Widerstands. Bereits früher umging er ein Gerichtsverbot, indem er sein erstes Buch – das wegen Verleumdungsvorwürfen beschlagnahmt worden war – trotzdem verkaufte. Bei der Präsentation griff er auch die österreichischen Medien an und warf ihnen vor, kritische Themen wie die Vorgänge um die Raiffeisen Bank nicht ausreichend zu untersuchen.
Pilz' neues Buch entfacht die Debatte um Pilnaceks Tod und das Vorgehen der österreichischen Behörden neu. Die Vorladung des Staatsschutzes verschärft die ohnehin angespannte Auseinandersetzung mit den Behörden weiter. Seine Forderungen nach gründlicherer Aufklärung und mehr Verantwortung bleiben im Zentrum der öffentlichen Diskussion.






