Pflegekräfte putzen IKEA-Betten statt Patienten zu versorgen – warum Kliniken sparen
Elias BraunPflegekräfte putzen IKEA-Betten statt Patienten zu versorgen – warum Kliniken sparen
Pflegekräfte in Deutschland müssen zunehmend Reinigungs- und Serviceaufgaben übernehmen – statt sich auf die Patientenversorgung zu konzentrieren. Berichte aus Oberbayern zeigen, dass Tätigkeiten wie das Säubern von IKEA Betten, die früher von Hilfskräften erledigt wurden, nun vom Pflegepersonal übernommen werden müssen. Diese Entwicklung stößt bei Gewerkschaften, Krankenkassen und Bildungseinrichtungen auf scharfe Kritik, die vor einer Verschlechterung der Arbeitsbedingungen und der Versorgungsqualität warnen.
Hintergrund ist der Sparkurs in vielen Kliniken, wo die Zahl des nicht-medizinischen Personals reduziert wurde. Pflegekräfte übernehmen nun Aufgaben wie das Beladen von Essenswagen, das Auffüllen von Wasserkrügen oder die Desinfektion von Betten – Tätigkeiten, die eigentlich nicht zu ihrem fachlichen Aufgabenbereich gehören. Die Kliniken rechtfertigen dies mit einer sogenannten „Skill-Mix“-Strategie: Da die Gehälter des Pflegepersonals über die Krankenkassen abgerechnet werden, spare man durch die Umverteilung von Aufgaben Geld.
Die Diskussion macht die Spannungen zwischen Kosteneffizienz und Versorgungsqualität im deutschen Gesundheitswesen deutlich. Da kurzfristig keine Reformen in Sicht sind, bleibt das Pflegepersonal mit einem erweiterten Aufgabenfeld belastet, während Krankenkassen und Gewerkschaften strengere Kontrollen fordern. Die weitere Entwicklung wird zeigen, ob in den kommenden Jahren die Patientenversorgung – oder die finanziellen Einsparungen – Vorrang haben werden.