Pistorius wirft Trump vor, die NATO durch Grönland-Deal geschwächt zu haben
Ben SchmidtPistorius wirft USA Schaden an der NATO vor - Pistorius wirft Trump vor, die NATO durch Grönland-Deal geschwächt zu haben
Bundesverteidigungsminister Boris Pistorius wirft der US-Regierung unter Donald Trump vor, die NATO geschwächt zu haben. Seine Äußerungen folgen auf eine Reihe von Konflikten, darunter der umstrittene Versuch, Grönland von Dänemark zu erwerben. Pistorius warnte, solche Schritte könnten globale Gegner ermutigen und die transatlantischen Beziehungen belasten.
Die Spannungen begannen, als die Trump-Administration öffentlich forderte, Dänemark solle Grönland – ein autonomes Territorium unter dänischer Souveränität – an die USA abtreten. Um Druck auf Europa auszuüben, drohte Washington mit höheren Importzöllen auf europäische Waren, falls die Forderung abgelehnt werde. Dieser Schritt stellte die Souveränität eines NATO-Partners direkt infrage.
Beim Weltwirtschaftsforum in Davos führten EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen, der französische Präsident Emmanuel Macron und der damalige Kanzlerkandidat Friedrich Merz Gespräche mit Trump. Von der Leyen betonte unmissverständlich, die Souveränität Dänemarks – und damit Grönlands – sei "nicht verhandelbar".
Pistorius kritisierte später das Vorgehen der USA und argumentierte, einseitige Forderungen – wie im Fall Grönlands oder der Ukraine – untergrüben die Einheit der NATO. Er betonte, das Bündnis müsse auch europäische Interessen vertreten, nicht nur amerikanische. Der Minister verwies zudem auf die Notwendigkeit gemeinsamer Stärke in einer Zeit aufstrebender Globalmächte, in der kein Land mehr allein handeln könne.
Der Streit um Grönland offenbart tiefere Spannungen innerhalb der NATO. Pistorius' Aussagen spiegeln die Sorge wider, dass aggressive US-Taktiken das Bündnis in einer kritischen Phase schwächen könnten. Seine Worte deuten auf ein Bestreben Europas hin, seine Rolle bei der Gestaltung der künftigen Ausrichtung der NATO stärker geltend zu machen.