Prinz Luitpold fordert radikale Arbeitsmarktreformen und löst Proteste aus
Johanna MüllerPrinz Luitpold fordert radikale Arbeitsmarktreformen und löst Proteste aus
Prinz Luitpold von Bayern sorgte bei der Neujahrsveranstaltung der CSU in Puchheim für Aufsehen. In seiner Rede kritisierte er die Wirtschaftspolitik des Freistaats und forderte weitreichende Reformen des Arbeitsrechts. Vor dem Veranstaltungsort kam es zu einer kleinen Protestaktion gegen den jährlichen Ausgleichsfonds für die Familie Wittelsbach.
In seiner Grundsatzrede plädierte der Prinz für strengere Arbeitsregeln und Steuersenkungen. Er schlug vor, das Krankengeld am ersten Tag der Arbeitsunfähigkeit abzuschaffen und die Arbeitszeiten zu verlängern. Zudem sprach er sich dafür aus, Unternehmer von der Erbschaftssteuer zu befreien. Seiner Meinung nach behalten die Bürger aufgrund der hohen Abgaben nur ein Fünftel ihres Einkommens.
Vor der Rede hatten sich vier Demonstranten vor dem Veranstaltungszentrum versammelt. Organisiert von der örtlichen Gliederung der Linken, protestierten sie gegen den Wittelsbacher Ausgleichsfonds, aus dem jährlich rund 15 Millionen Euro an die Nachkommen des Königshauses fließen. Der Fonds wurde 1923 mit einem Startkapital von 4,5 Millionen Reichsmark eingerichtet.
Die Polizei griff kurz ein, erlaubte die Kundgebung jedoch fortzusetzen. Die Beamten wiesen die Gruppe an, auf die andere Straßenseite zu wechseln, bevor die Demonstration ohne weitere Zwischenfälle verlief.
Die Veranstaltung unterstrich die anhaltenden Debatten über die wirtschaftliche Ausrichtung Bayerns und die Privilegien des Adels. Während die Vorschläge des Prinzen zu Arbeitsmarkt und Steuern für Aufmerksamkeit sorgten, lenkte der Protest den Blick auf die öffentliche Kritik an den finanziellen Zuwendungen für die Familie Wittelsbach.