Private Bahnfirmen attackieren Deutsche Bahn wegen chaotischer Großbaustellen
Johanna MüllerPrivater Schienenverkehr kritisiert die Baustellenabwicklung der Deutschen Bahn - Private Bahnfirmen attackieren Deutsche Bahn wegen chaotischer Großbaustellen
Private Bahnunternehmen Westbahn und Bayerische Regiobahn (BRB) kritisieren scharf die Bauplanung der Deutschen Bahn. Sie werfen dem staatlichen Konzern chaotische Organisation, unzuverlässige Fahrpläne und mangelnde Kommunikation vor. Die Streitigkeiten haben bereits zu Einschränkungen im Bahnverkehr in Südostbayern geführt.
Im Mittelpunkt der Probleme stehen laufende und geplante Großbaustellen an wichtigen Strecken, darunter die Achsen Nürnberg–Regensburg–Passau und München–Rosenheim–Salzburg. Thomas Posch, Geschäftsführer der Westbahn, und BRB-Chef Arnulf Schuchmann schlagen Alarm: Wichtige Fragen zu den Sanierungsarbeiten blieben bis heute unbeantwortet.
Beide Manager stellen drei klare Forderungen an die Deutsche Bahn und ihre Infrastrukturtochter DB InfraGo: längere Vorlaufzeiten für die Planung, weniger kurzfristige Änderungen und verlässlichere Fahrpläne. Schuchmann fordert zudem sofortiges politisches Eingreifen – eine Position, die auch die Bayerische Eisenbahngesellschaft (BEG) unterstützt.
Zuständig für die Konflikte sind mehrere Schlüsselakteure, darunter Bundesverkehrsminister Volker Wissing, die Verkehrsminister der Länder Bayern und Österreich, Mitglieder des Verkehrsausschusses im Bundestag sowie EU-Verkehrsregulierer. Diese Gremien überwachen Strecken, auf denen private Anbieter mit der Infrastrukturverwaltung der Deutschen Bahn im Wettbewerb stehen.
Die anhaltenden Auseinandersetzungen drohen zu weiteren Verspätungen und Streichungen auf wichtigen grenzüberschreitenden Verbindungen zu führen. Ohne Kurskorrektur bei der Bauplanung der Deutschen Bahn warnen die Privatbahnen vor anhaltender Instabilität. Nun hängt es von politischen und regulatorischen Stellen ab, ob sie die Kritik aufgreifen und Lösungen vorantreiben.