12 January 2026, 17:39

Prozess um homophoben Angriff in Augsburg beginnt vor Münchner Landgericht

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Angriff mit mutmaßlich homophobem Motiv? Landgericht verhandelt - Prozess um homophoben Angriff in Augsburg beginnt vor Münchner Landgericht

Vier Männer im Alter zwischen 22 und 25 Jahren müssen sich ab dem 23. Februar vor dem Landgericht München wegen des Verdachts einer homophoben Gewalttat verantworten. Der Vorfall ereignete sich in der Augsburger Maximilianstraße, wo zwei Opfer nach homophoben Beschimpfungen angegriffen worden sein sollen. Die Ermittler gehen von einem möglichen Hassverbrechen im März aus.

Der Streit eskalierte, nachdem die Opfer mit homophoben Beleidigungen konfrontiert worden waren. Laut Ermittlern griffen die vier Angeklagten die Männer anschließend körperlich an und verletzten sie durch Schläge und Tritte. Beide Opfer trugen zahlreiche Prellungen davon. Die Staatsanwaltschaft München I führt die Ermittlungen, unterstützt vom Bayerischen Landesamt für Verfassungsschutz, das für die Bekämpfung von Extremismus und Terrorismus zuständig ist.

Einer der Beschuldigten wurde bereits 2019 wegen einer tödlichen Körperverletzung verurteilt, wobei es sich in diesem Fall um einen anderen Sachverhalt handelt. Der Prozess ist auf elf Verhandlungstage angesetzt; ein Urteil wird bis zum 13. März erwartet. Bis dahin gelten alle vier Angeklagten als unschuldig. Die Anklage lautet auf schwere Körperverletzung, wobei die Staatsanwaltschaft die homophobe Motivation der Tat besonders betont. Das Gericht wird prüfen, inwieweit der Angriff mit Hassrede und gewalttätigem Verhalten im März zusammenhängt.

Bei einer Verurteilung drohen den Angeklagten empfindliche Strafen nach deutschem Recht. Im Prozess wird geklärt, ob die Tat von Homophobie angetrieben wurde – ein Umstand, der sich auf das Strafmaß auswirken könnte. Eine Entscheidung wird Mitte März nach elf Verhandlungstagen erwartet.