Regensburgs Jugendamt reformiert: Sparen und bessere Hilfen für Kinder
Hannah BöhmRegensburgs Jugendamt reformiert: Sparen und bessere Hilfen für Kinder
Das Jugendamt des Landkreises Regensburg hat zentrale Reformen beschlossen, um die steigenden Kosten zu bewältigen und die Dienstleistungen zu verbessern. Bei einer Sitzung am 17. März 2026 prüften die Verantwortlichen den Haushalt für 2026 und billigten neue Maßnahmen im Bereich Kinderschutz und schulische Unterstützung. Die Vorschläge werden nun dem Kreistag zur endgültigen Abstimmung in der Mitte April vorgelegt.
Im Jahr 2025 sah sich das Amt mit stark steigenden Ausgaben für die Einzelbetreuung an Schulen konfrontiert. Um die Kosten zu kontrollieren, führte es strengere Regelungen ein, darunter fallweise Prüfungen und gebündelte Begleitdienste. Dadurch sank die Zahl der Fälle von 174 im Jahr 2025 auf durchschnittlich 139 pro Monat, während die Ausgaben auf 5,309 Millionen Euro reduziert wurden. Landrätin Tanja Schweiger führte den Erfolg auf höhere Erstattungen durch externe Träger und eine engere Kontrolle zurück.
Zudem wurde am 15. Oktober 2025 eine neue Einheit eingerichtet: die Beratungs-, Vermittlungs- und Schutzstelle (BVS). Dieses Team übernimmt komplexe Kinderschutzfälle und reagiert damit auf die wachsende Nachfrage nach spezialisierter Unterstützung.
Für 2026 genehmigte der Jugendhilfeausschuss ein Budget von 42,034 Millionen Euro – nur 22.700 Euro mehr als im Vorjahr. Obwohl keine neuen Stellen geschaffen wurden, konnte die schulbezogene Jugendsozialarbeit (JaS) durch Umverteilung bestehender Kräfte von 41 auf 46 Standorte ausgeweitet werden. Bereits im März 2025 hatte der Ausschuss die Finanzierung neuer JaS-Stellen abgelehnt, stimmte jedoch sieben neuen Anträgen sowie zwei Antragen auf Stundenaufstockung zu.
Als weiteres Vorhaben startet im Mai 2026 ein Pilotprojekt: Sozialpädagogische Fachkräfte werden ambulante Sprechstunden in den Familienberatungsstellen in Regenstauf und Schierling anbieten.
Der Jugendhilfehaushalt 2026 geht nun zur finalen Beschlussfassung an den Kreistag. Bei Annahme sollen die Maßnahmen die Kosten im Griff behalten und gleichzeitig durch Umverteilung das Angebot ausbauen. Das Pilotberatungsprojekt und die BVS-Einheit zielen darauf ab, Familien und Kindern im Landkreis gezielter zu unterstützen.






