Reiche plant schärfere Regeln für neue Photovoltaikanlagen und Netzausbaukosten
Elias BraunReiche plant schärfere Regeln für neue Photovoltaikanlagen und Netzausbaukosten
Bundeswirtschaftsministerin Katherina Reiche hat Pläne zur Reform der Fördergelder für Photovoltaikanlagen angekündigt. Die Änderungen sollen Solarstrom flexibler gestalten und die Kosten für den Netzausbau senken. Bestehende Anlagen behalten ihre aktuelle Förderung, doch für Neuanlagen könnten strengere Regeln gelten.
Reiche setzt darauf, dass neue Photovoltaikanlagen intelligenter betrieben werden – etwa durch die Kombination mit Speichern und eine steuerbare Einspeisung. Zudem deutete sie an, die Einspeisevergütung für Neuanlagen abzuschaffen und stattdessen den Direktvermarktungsweg zu fördern.
Die Redispatch-Maßnahmen für Solaranlagen haben sich im zweiten Quartal fast verdoppelt. Dabei müssen Betreiber bei Netzüberlastung ihre Anlagen abschalten oder drosseln. Reiche plant nun, die Entschädigungen für solche Eingriffe schrittweise abzubauen.
Gleichzeitig will die Ministerin einen größeren Teil der Netzausbaukosten auf die Erneuerbaren-Energien-Betreiber umlegen. Parallel dazu soll der Ausbau der erneuerbaren Energien stärker an die Netzkapazitäten angepasst werden. Laut Bundesnetzagentur erreichten trotz Netzengpässen mindestens 97 Prozent des Ökostroms die Verbraucher.
Studien zufolge könnten kleine private Dachanlagen unter 25 Kilowatt Peak auch ohne Förderung wirtschaftlich bleiben. Sinkende Komponentenkosten, hohe Strompreise und kurze Amortisationszeiten machen sie attraktiv.
Die Reformen sehen vor, die Förderung für bestehende Photovoltaikanlagen beizubehalten, für Neuanlagen aber die Bedingungen zu verschärfen. Betreiber müssten ihren Strom künftig vermehrt selbst vermarkten und sich stärker an den Netzausbaukosten beteiligen. Ziel ist es, das Wachstum der Erneuerbaren mit der Netzstabilität in Einklang zu bringen.






