Revolution in Greuther Fürth: Magnet-Roboter heilt Herzrhythmusstörungen präziser als je zuvor
Hannah BöhmRevolution in Greuther Fürth: Magnet-Roboter heilt Herzrhythmusstörungen präziser als je zuvor
Klinikum Greuther Fürth eröffnet drei hochmoderne Labore für Rhythmologie und Elektrophysiologie
Das Herzstück der neuen Einrichtung ist ein 5-Millionen-Euro-Robotersystem mit magnetischer Navigation – das erste seiner Art in Deutschland. Mit dieser Technologie können Ärzte komplexe Herzrhythmusstörungen präziser und sicherer behandeln als mit herkömmlichen Methoden.
Die Gesamtkosten des Projekts belaufen sich auf 5 Millionen Euro, die je zur Hälfte aus Bundesmitteln sowie von der Klinik und der Stadt Greuther Fürth getragen werden. Beim Bau gab es eine ungewöhnliche Herausforderung: Die Labore entstanden im ehemaligen Therapie-Schwimmbeckenbereich, der nun für hochspezialisierte Medizin genutzt wird.
Kern des Systems ist ein ultraflexibler Katheter, der von zwei starken Magneten gesteuert wird. Im schlagenden Herzen platziert, verringert er das Verletzungsrisiko im Vergleich zu klassischen Verfahren. Die Ärzte lenken den Eingriff aus einem separaten Raum – per Bildschirm und Maus, fast wie in einem Computerspiel.
Eine Echtzeit-3D-Kartierung unterstützt jeden Eingriff und erstellt eine Art "Straßenkarte" der Herzkammern und elektrischen Ströme. Ähnliche Systeme kommen in etwa 10 bis 15 deutschen Kliniken zum Einsatz, darunter langjährige Nutzer wie die Uniklinik Köln (seit 2009) und das Herzzentrum Leipzig (seit 2011).
Die Abteilung wird gemeinsam von Dott. Laura Vitali-Serdoz und Dr. Dirk Bastian geleitet, die für ihre deutsch-italienische Zusammenarbeit in der Spitzenmedizin bekannt sind.
Mit den neuen Laboren positioniert sich das Klinikum Greuther Fürth an der Spitze der Herzmedizin in Deutschland. Die Kombination aus magnetischer Navigation und 3D-Mapping bietet Patienten eine sicherere und präzisere Alternative bei der Behandlung von Rhythmusstörungen. Die Einrichtung ist nun betriebsbereit – das Team steht bereit, die Technologie in der Routineversorgung einzusetzen.