Reza Pahlavi entwirft radikalen Fahrplan für einen neuen Iran nach dem Regime

Hannah Böhm
Hannah Böhm
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Eine alte Karte des Königreichs Iran aus dem Jahr 1856, gerahmt und zeigend die Provinzen Irans und Iraks.Hannah Böhm

Reza Pahlavi entwirft radikalen Fahrplan für einen neuen Iran nach dem Regime

Reza Pahlavi, der Sohn des letzten Schahs des Iran, hat sich als zentrale Figur für die Gestaltung eines post-theokratischen Iran positioniert. Auf der Münchner Sicherheitskonferenz im Februar 2026 skizzierte er einen detaillierten Fahrplan für den Übergang des Landes weg von der Islamischen Republik. Seine Vorschläge umfassen eine verfassunggebende Versammlung, Volksabstimmungen über die Staatsform sowie direkte Appelle an internationale Führungspersönlichkeiten um Unterstützung.

Pahlavis Vision basiert auf einem dreistufigen Prozess: einer Notfallphase, einer Übergangsperiode und einem langfristigen Regierungsplan. Unter seiner Führung soll ein Nationaler Aufstandsrat gebildet werden, der weitreichende Befugnisse besitzt, um Beamte in den exekutiven, legislativen und judikativen Zweigen Irans zu ernennen und abzulösen. Dieser Rat würde gemeinsam mit einem Führungsteam den Wandel vom aktuellen Regime zu einem neuen System steuern.

Ein Referendum soll über die künftige politische Struktur Irans entscheiden – mit der Wahl zwischen einer demokratischen Republik und einer konstitutionellen Monarchie. Eine zweite Abstimmung würde dann über das Schicksal der Führungselite der Islamischen Republik bestimmen, wobei die Optionen von Amnestie bis hin zu öffentlichen Prozessen und Bestrafungen reichen. Kritiker warnen jedoch, dass die Übergangsphase sich unbestimmt hinziehen könnte, was Pahlavi potenziell ermöglichen würde, seine Macht weiter auszubauen.

Seine Strategie stützt sich zudem auf internationale Unterstützung. Auf der Münchner Konferenz rief er den damaligen US-Präsidenten Donald Trump zur Hilfe auf und betonte, dass wirtschaftlicher Druck der Schlüssel zum Zusammenbruch des Regimes sei. Seitdem hat er sich mit Persönlichkeiten wie dem US-Außenminister Marco Rubio sowie regionalen Verbündeten ausgetauscht, die sich über die Bedrohungen durch den Iran besorgt zeigen. Allerdings garantiert der Plan nicht explizit grundlegende Rechte – wie Meinungs- oder Versammlungsfreiheit – während der Übergangsphase.

Seit Jahren arbeiten Pahlavis Anhänger auf seine Rückkehr als Führer des Iran hin. Der neu ausgearbeitete Notfallphasen-Plan, der vermutlich von seinem engsten Kreis geprägt wurde, festigt seine Rolle als Galionsfigur einer vereinten Opposition. Dennoch bleiben Fragen offen, wie die Macht tatsächlich verteilt werden soll – und ob der Übergang tatsächlich zu einer Demokratie führen wird.

Das vorgeschlagene Rahmenwerk skizziert zwar einen klaren Weg für die politische Zukunft Irans, lässt aber entscheidende Details ungeklärt. Ohne feste Garantien für bürgerliche Freiheiten oder Kontrollmechanismen für die Übergangsautorität hängt der Erfolg des Plans sowohl von inneriranischem Konsens als auch von anhaltender internationaler Unterstützung ab. Pahlavis nächste Schritte werden zeigen, ob seine Vision an Fahrt gewinnt oder auf Widerstand rivalisierender Gruppen stößt.

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