Sanierung des Augsburger Staatstheaters bleibt trotz Kostenexplosion auf Kurs
Elias BraunStaatstheater Augsburg: Kein Baustopp nach Gefahrenalarm - Sanierung des Augsburger Staatstheaters bleibt trotz Kostenexplosion auf Kurs
Die Sanierungsarbeiten am Staatstheater Augsburg werden wie geplant fortgesetzt, nachdem Untersuchungen im großen Saal keine gefährlichen Stoffe nachweisen konnten. Befürchtungen wegen möglicherweise schädlicher Substanzen hatten die Bauarbeiten kurzzeitig unterbrochen, doch Behörden bestätigten, dass keine luftgetragenen Schadstoffe festgestellt wurden. Das Projekt, das seit Juni 2025 vom Architekturbüro HENN geleitet wird, bleibt auf Kurs für eine Fertigstellung bis 2030.
Die Unterbrechung war erfolgt, nachdem Experten vermuteten, dass bei der Nachkriegsrenovierung schädliche Materialien in der Deckenkonstruktion verbaut worden sein könnten. Spätere Tests widerlegten jedoch jede Gefahr, sodass die Modernisierung ohne weitere Verzögerungen fortgesetzt werden konnte. Die ursprünglich auf 186 Millionen Euro veranschlagten Kosten sind inzwischen auf 417 Millionen Euro angewachsen – ein Anstieg, der scharfe Kritik auslöste.
Der Bund der Steuerzahler führte das Projekt in seinem jährlichen „Schwarzbuch“ als Beispiel für verschwendete öffentliche Mittel auf. Trotz der Kontroversen bleiben die Pläne unverändert. Neben dem historischen Hauptgebäude entsteht ein neues Studio, das „Kleine Haus“ genannt wird, sowie ein Funktionsgebäude mit Werkstätten, Proberäumen und Verwaltungsbüros.
Da kein längerer Baustopp nötig ist, soll die Sanierung des Staatstheaters bis 2030 nach über einem Jahrzehnt Arbeit abgeschlossen werden. Die Endkosten werden die ursprünglichen Schätzungen deutlich übersteigen, doch unter der Leitung von HENN geht das Vorhaben weiter voran. Nach der Fertigstellung wird das Theater über erweiterte Einrichtungen verfügen – neben dem denkmalgeschützten großen Saal.