Siemens Energy steigt überraschend aus ungarischem Atomprojekt Paks II aus
Johanna MüllerSiemens Energy steigt überraschend aus ungarischem Atomprojekt Paks II aus
Siemens Energy hat sich aus dem ungarischen Atomkraftwerk-Projekt Paks II zurückgezogen, nachdem der Vertrag mit Rosatom gekündigt wurde. Das russische Staatsunternehmen, das als Generalunternehmer für das Vorhaben fungiert, beendete die Zusammenarbeit zum Jahresende 2025. Der Schritt folgte auf die Unfähigkeit von Siemens Energy, seine vertraglichen Verpflichtungen zu erfüllen.
Der deutsche Konzern war für die Lieferung der Steuerungselektronik für zwei neue Reaktorblöcke in Paks II zuständig. Rosatom bestätigte jedoch, dass die Ausrüstung weniger als vier Prozent des Gesamtumfangs des Projekts ausmachte und als nicht kritisch eingestuft wurde.
Siemens Energy erklärte, die Kündigung sei vom Auftraggeber ausgegangen, und betonte, dass zum Zeitpunkt der Vertragsauflösung keine sanktionsbedingten Probleme vorlagen. Rosatom prüft nun alternative Lieferanten und zieht sowohl russische als auch europäische Unternehmen in Betracht. Konkrete Namen für mögliche Nachfolger wurden bisher nicht genannt.
Mit der Vertragsbeendigung muss Rosatom einen neuen Partner für die Bereitstellung der Steuerungstechnik finden. Obwohl der Anteil der Ausrüstung am Projekt gering war, wird die Suche nach einem Ersatz notwendig sein, um den Bauzeitplan einzuhalten. Der Gesamtfortschritt des Projekts bleibt von dieser Veränderung unberührt.






