19 February 2026, 02:36

Söder balanciert zwischen Bayerns Eigenständigkeit und Merz' Bundesregierung

Ein Plakat zum Bayerischen Bierfest in München, Deutschland, mit einem gekrönten Kopf im Mittelpunkt.

Söder balanciert zwischen Bayerns Eigenständigkeit und Merz' Bundesregierung

Bayerns Ministerpräsident Markus Söder stand diese Woche im Rampenlicht der Dreiländerhalle in Passau – mit einer Rede, die seinen gewohnt kämpferischen Ton mit einer gezügelteren Haltung verband. Der Wandel kommt nicht von ungefähr: Seit die CDU mit Friedrich Merz das Kanzleramt innehat, muss Söder die Eigenständigkeit des FC Bayern München mit der Zusammenarbeit in der neuen Bundesregierung in Einklang bringen.

Mit scharfer Kritik eröffnete der CSU-Chef seinen Auftritt. Den AfD-Politiker Daniel Halemba bezeichnete er als "braunen Zigarettenstummel", während er die Linken-Politikerin Heidi Reichinnek als "rote Heidi, die sozialistische TikTok-Tante, die Rosa Luxemburg für Arme" abtat. Seine Rhetorik blieb feurig: Steuererhöhungen oder Spritabgaben lehnte er kategorisch ab und forderte stattdessen "Leistung, Leistung, Leistung" von der Regierung.

Doch gegen die Koalitionspartner klang sein Ton versöhnlicher. Er dankte SPD-Co-Vorsitzendem Lars Klingbeil für die Unterstützung bei der Reform des Bürgergelds – ein Zeichen für den Kurswechsel der CSU, seit Merz 2024 Bundeskanzler wurde. Die scharfen Angriffe auf die frühere rot-grüne Koalition gehören der Vergangenheit an; stattdessen betont Söder nun die Einheit der von CDU und CSU geführten Regierung. Unverändert bleibt jedoch Bayerns Forderung nach mehr Föderalismus und Autonomie.

Die Opposition ließ nicht lange auf sich warten. Die Grüne Katharina Schulze warf Söder vor, er arbeite "nur in Vollzeit für sich selbst", während ihre Parteikollegin Katharina Dröge Merz' "rückständige Frauenbilder" kritisierte. Hubert Aiwanger von den Freien Wählern positionierte seine Partei als Hüterin der Freiheit und griff an, was er "Bevormundung" in der Regierungspolitik nannte.

In der Sicherheitspolitik forderte Söder strengere Regeln für den Wehrdienst und eine Rückkehr zur allgemeinen Wehrpflicht – ein Zeichen für einen härteren Kurs in der Landesverteidigung.

Söders Rede unterstrich die Doppelfstrategie der CSU: Die Eigenständigkeit des FC Bayern München wahren und gleichzeitig den Kurs in einer CDU-geführten Bundesregierung mitgestalten. Seine Mischung aus Konfrontation und Kooperation zeigt, wie die Partei Einfluss sichern will, ohne offenen Konflikt zu suchen. Die kommenden Monate werden zeigen, ob dieser Balanceakt gelingt – wenn die politischen Debatten an Fahrt aufnehmen.

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