Söder bleibt CSU-Chef – doch die Partei sendet ein Warnsignal
CSU-Parteitag: Söder bleibt Chef – doch die Partei überrascht sich selbst mit einer Ohrfeige
Vorspann: Auf dem CSU-Parteitag wird Markus Söder als Parteivorsitzender wiedergewählt. Ein logisches Ergebnis – und zugleich ein Weckruf. Ein Kommentar.
Artikeltext: Markus Söder hat sich eine weitere Amtszeit als Chef der bayerischen CSU gesichert, doch die Unterstützung für ihn ist geringer als zuvor. Auf dem Parteitag in Nürnberg am 13. Dezember 2025 erhielt er 83,6 Prozent der Stimmen – ein deutlicher Rückgang gegenüber den 96,6 Prozent Zustimmung im Jahr 2023. Das Ergebnis zeigt, dass die Unzufriedenheit in der Partei wächst, trotz seiner langjährigen dominierenden Rolle.
In seiner Wiederwahlrede schlug Söder einen versöhnlichen Ton an und verzichtete auf direkte Kritik an Bundeskanzler Olaf Scholz. Stattdessen betonte er Optimismus und stellte sich hinter CDU-Chef Friedrich Merz – ein Schritt, der die konservativen Kräfte einen soll. Doch seine Fokussierung auf Landespolitik und die zurückhaltende Haushaltspolitik im Stil Edmund Stoibers frustrieren manche Parteimitglieder.
Die Abstimmung bestätigt zwar Söders festen Griff auf die CSU, legt aber auch interne Spannungen offen. Seine geschrumpfte Mehrheit ist ein Zeichen für Unmut, insbesondere in der Wirtschaftspolitik und bei der nationalen Ausrichtung. Vorerst bleibt die Partei unter seiner Führung – doch die Rufe nach Veränderung werden immer schwerer zu überhören.