18 February 2026, 02:18

Söder fordert mit Agenda 2030 radikale Reformen nach Hartz-IV-Vorbild

Ein blaues Plakat mit einem Balkendiagramm der wirtschaftlichen Entwicklung Amerikas im 21. Jahrhundert, wobei jeder Balken das Wachstumsniveau eines Jahres darstellt und begleitender Text zusätzliche Informationen bereitstellt.

Söder fordert mit Agenda 2030 radikale Reformen nach Hartz-IV-Vorbild

Bayerns Ministerpräsident Markus Söder drängt Deutschland zu einem umfassenden Reformprogramm nach dem Vorbild der Agenda 2010 aus dem Jahr 2003. Unter dem Namen Agenda 2030 schlägt er Steuersenkungen, längere Arbeitszeiten und regionale Anpassungen bei der Erbschaftsteuer vor. Söder warnt, dass Verzögerungen der Wirtschaft schaden könnten – besonders vor dem Hintergrund der anstehenden Landtagswahlen.

Die ursprüngliche Agenda 2010, eingeleitet von Bundeskanzler Gerhard Schröder, hatte den deutschen Arbeitsmarkt und das Sozialsystem grundlegend umgestaltet. Sie kürzte staatliche Leistungen, lockerte den Kündigungsschutz und erweiterte den Niedriglohnsektor, um hohe Arbeitslosigkeit und wirtschaftliche Stagnation zu bekämpfen. Kernstück der Reformen waren die Hartz-Gesetze, die Arbeitslosenhilfe und Sozialhilfe zum Hartz-IV-Regelsatz (später in Bürgergeld umbenannt) zusammenfassten, Transferzahlungen strichen und Arbeitsuchende über Jobcenter schneller in Beschäftigung vermittelten.

Nun fordert Söder einen ähnlichen Kraftakt. Seine Agenda 2030 sieht beschleunigte Unternehmenssteuerreformen und eine Ausweitung der Wochenarbeitszeit vor – eine zusätzliche Stunde könnte das Wirtschaftswachstum seiner Einschätzung nach um fast 3 % steigern. Zudem plant er Steuersenkungen für Mittelschichtsverdiener und regionale Anpassungen der Erbschaftsteuer, um kleine Betriebe und Familienunternehmen zu entlasten.

Söder betont, dass die Reformen keine Zeit mehr hätten: Politische Zögerlichkeit vor den Wahlen berge die Gefahr eines weiteren wirtschaftlichen Abschwungs. Sein Vorstoß erinnert an Schröders Vorgehen, der die Veränderungen damals als unverzichtbar für Produktivität und Wettbewerbsfähigkeit darstellte.

Söders Plan greift den Geist der Reformen von 2003 auf, setzt jedoch auf Steuerentlastungen und längere Arbeitszeiten. Sollten die Vorschläge umgesetzt werden, stünde Deutschland vor einer weiteren grundlegenden Wende in der Wirtschaftspolitik. Die Debatte dreht sich nun darum, ob die Politik noch vor den anstehenden Wahlen handelt.

Cashback bei deinen
Lieblingsrestaurants und Services

Kaufe Gutscheine und spare in deinen Lieblingsorten in deiner Nähe

LiberSave App auf Smartphones