03 March 2026, 00:31

Söder warnt vor AfD-Einfluss und fordert strengere Beobachtung durch Verfassungsschutz

Ein deutscher Propagandaplakat für die NSDAP mit zwei Männern auf einem Sofa, mit Textinformationen über die Partei.

Söder warnt vor AfD-Einfluss und fordert strengere Beobachtung durch Verfassungsschutz

Bayerns Ministerpräsident Markus Söder hat die rechtspopulistische Alternative für Deutschland (AfD) scharf kritisiert und vor ihrem wachsenden Einfluss gewarnt. Zwar lehnte er ein generelles Verbot ab, forderte aber eine engere Beobachtung der Partei durch die Sicherheitsbehörden.

Seine Äußerungen fallen in eine Phase, in der die AfD bundesweit bei 18 Prozent in Umfragen liegt – mit noch stärkerer Zustimmung in den ostdeutschen Bundesländern. Die zunehmende Radikalisierung der Partei und ihre verschärften Positionen haben Debatten über ihre Vereinbarkeit mit der deutschen Demokratie ausgelöst.

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Söder warf der AfD vor, unter ihren Abgeordneten 'clanartige Strukturen' zu fördern und eine Wirtschaftspolitik zu verfolgen, die Deutschland seiner Meinung nach schaden würde. Zudem behauptete er, die Partei unterhalte weiterhin Verbindungen nach Moskau, ohne dass dafür bisher öffentlich belastbare Belege vorlägen.

Seit ihrer Gründung hat sich die AfD stetig nach rechts bewegt: vom anfänglichen Euroskeptizismus hin zu einer konzentrierten Anti-Migrations-Politik, die sie nach der Flüchtlingskrise 2015 verfolgte. Eine dominante Strömung innerhalb der Partei trieb diese Entwicklung voran und trug maßgeblich zu ihren aktuellen Umfragewerten bei. Skandale bremsten den Aufstieg jedoch immer wieder – so verlor die Partei Anfang 2024 zeitweise vier Prozentpunkte.

Nach deutschem Recht können Parteien, die demokratische Grundsätze gefährden, vom Bundesverfassungsgericht überprüft und im Extremfall verboten werden. Söder warnte jedoch vor einem 'hysterischen, moralinsauren' Verbot und plädierte stattdessen für eine Beobachtung durch den Verfassungsschutz.

Gleichzeitig kündigte er an, die AfD politisch herauszufordern und ihre Regierungsfähigkeit infrage zu stellen. Trotz ihrer wachsenden Popularität bleiben die Radikalisierung der Partei und interne Konflikte umstritten.

Der Aufstieg der AfD hat die Forderungen nach rechtlicher Prüfung verstärkt, doch Söder lehnt ein überstürztes Verbot ab. Sein Ansatz setzt auf Überwachung und politische Auseinandersetzung statt auf sofortige verfassungsrechtliche Schritte.

Angesichts der anhaltend hohen Umfragewerte der Partei bleibt ihre künftige Rolle in der deutschen Politik – und mögliche juristische Konsequenzen – ein umstrittenes Thema.