Staedtler schließt zwei bayerische Werke – 2.000 Jobs in Gefahr bis 2028

Ben Schmidt
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Ein altes Schwarz-Weiß-Foto einer Fabrik mit Arbeitern, die eine Maschine bedienen, umgeben von Metallstangen und -pfählen, mit dem Text "Neue Eisenglebeerei, die erste Fabrik in Deutschland" unten.Ben Schmidt

Protest gegen Schließung von Fabriken bei Staedtler - Staedtler schließt zwei bayerische Werke – 2.000 Jobs in Gefahr bis 2028

Stiftehersteller Staedtler schließt zwei Werke in Bayern bis 2028

Der Nürnberger Bleistift- und Schreibwarenhersteller Staedtler hat angekündigt, bis 2028 zwei Standorte in Bayern zu schließen. Die Schließungen erfolgen vor dem Hintergrund sinkender Nachfrage, steigender Kosten und verschärften Wettbewerbs. Mitarbeiter und Gewerkschaften zeigen sich besorgt über drohende Arbeitsplatzverluste und unklare Umsiedlungspläne.

Betroffen sind die Werke in Neumarkt in der Oberpfalz und Sugenheim. Die Produktion soll künftig am Hauptsitz in Nürnberg konzentriert werden. Das Unternehmen plant zudem, über 50 Millionen Euro in die Modernisierung des Nürnberger Standorts zu investieren. Weitere Mittel fließen in einen neuen Produktionsstandort in Polen.

Mitarbeiter und die IG Metall haben bereits mit Protesten auf die Pläne reagiert und fordern transparente Informationen zu Arbeitsplatzverlagerungen. Die Gewerkschaft wirft Staedtler vor, keine konkreten Konzepte für die betroffenen Beschäftigten vorzulegen. Das Unternehmen war 2019 aus dem branchenweiten Tarifverband ausgetreten und hatte seither hausinterne Lohnvereinbarungen eingeführt.

Durch die Schließungen und Umstrukturierungen strebt Staedtler den Abbau von rund 2.000 Arbeitsplätzen an. Den betroffenen Mitarbeitern sollen nach Unternehmensangaben gleichwertige Stellen in Nürnberg angeboten werden. Die Maßnahme folgt ähnlichen Sparprogrammen der Konkurrenten Faber-Castell und Stabilo.

Faber-Castell streicht 130 Arbeitsplätze in Deutschland und verlagert Teile der Produktion nach Brasilien und Peru. Stabilo wiederum meldet rückläufige Umsätze und reduziert seine globale Belegschaft, um die Profitabilität zu steigern.

Die Werksschließungen spiegeln die branchenweiten Herausforderungen wider: Schwache Nachfrage und steigende Ausgaben zwingen die Hersteller zum Umdenken. Staedtlers Konsolidierung zielt auf effizientere Abläufe ab, doch Arbeitsplatzabbau und ungewisse Zukunftsperspektiven für die Belegschaft bleiben zentrale Kritikpunkte. Die Zukunft des Unternehmens hängt maßgeblich davon ab, ob es gelingt, die Produktivität und die Erträge am Standort Nürnberg nachhaltig zu steigern.

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