Stichwahl-Debatte in Dorfen: Freibad und Verkehr spalten die Bürger
Über 300 Bürger folgten der Stichwahl-Debatte um das Dorfener Bürgermeisteramt
Mehr als 300 Einwohner drängten sich in der Stichwahl-Debatte zur Bürgermeisterwahl in Dorfen, veranstaltet vom Erdinger/Dorfener Anzeiger. Die Veranstaltung, die auch live im Internet übertragen wurde, offenbarten tiefe Gräben über die Zukunft der Stadt, als sich die beiden Kandidaten in zentralen Fragen gegenüberstanden. Mit einer auf voraussichtlich rund 14.800 Einwohner gewachsenen Bevölkerung bis Anfang 2026 waren die Herausforderungen groß: Es geht um Wachstum, Infrastruktur und die Sicherung lokaler Dienstleistungen.
Die hitzigsten Wortgefechte drehten sich um das Dorfener Freibad. Heinz Grundner (CSU) plädierte für eine Verlegung und verwies auf einen wachsenden Sanierungsstau sowie verschärfte Lärmschutzauflagen. Claudius Siebert (UWG, LDW, SPD, Grüne) hielt dagegen und betonte, das Bad ließe sich mit innovativen und kostengünstigen Lösungen erhalten.
Auch bei Verkehrskonzepten prallten die Meinungen aufeinander. Beide Kandidaten lehnten die geplante Umgehungsstraße Mehlmühle als unzureichend ab, um den Stau zu entschärfen. Siebert griff anschließend Grundners Position zu einer großen Ringstraße scharf an und lehnte den Vorschlag kategorisch ab. Grundner hingegen bestand darauf, dass eine solche Straße für die langfristige Planung unverzichtbar sei.
Siebert ging in der Debatte häufig zum Angriff über und behauptete, persönlich mit Grundbesitzern über das Baugebiet Rutzmoos verhandelt zu haben. Das Format der Diskussion umfasste schnelle Ja-Nein-Runden und eine "Wortwolken"-Übung, was die Debatte dynamisch hielt.
In ihren Schlussworten gelobten beide Kandidaten volle Hingabe für das Bürgermeisteramt und riefen zur Einheit auf. Die Veranstaltung unterstrich die drängenden Probleme Dorfens: eine alternde Bevölkerung (mittlerweile 25 Prozent über 65 Jahre), Wohnungsmangel und die Belastungen durch die Integration von Geflüchteten seit 2023.
Die Stichwahl-Debatte machte die Entscheidungen deutlich, vor denen die Dorfener Wähler stehen. Verkehr, Freibad und Flächenentwicklung kristallisierten sich als prägende Themen für den nächsten Bürgermeister heraus. Angesichts des beschleunigten Wachstums der Stadt wird der Sieger kurzfristige Lösungen mit langfristiger Planung in Einklang bringen müssen.






