05 February 2026, 14:34

Streit um Bayerns Jagdgesetz: Mehr Freiheit für Jäger, weniger Schutz für Wölfe

Eine Schwarz-Weiß-Zeichnung einer kleinen Stadt, die auf einem Hügel liegt und von Bäumen und Pflanzen umgeben ist, mit dem Text "Bayern, Deutschland aus der illustrierten Londoner Neuigkeiten" unten.

Streit um Jagdgesetz - Jetzt im Landtag - Streit um Bayerns Jagdgesetz: Mehr Freiheit für Jäger, weniger Schutz für Wölfe

Bayerns geplante Reform des Jagdgesetzes löst hitzige Debatten unter Politikern aus. Der Gesetzentwurf zielt darauf ab, staatliche Kontrollen zu verringern und gleichzeitig neue Regelungen für den Umgang mit Wölfen und anderen Wildtieren einzuführen. Kritiker von Grünen und SPD lehnen die Änderungen vehement ab und bezeichnen sie als Rückschritt für Naturschutz und öffentliche Verwaltung.

Die Reform sieht eine Überarbeitung der Abschussquoten vor und soll Jägern sowie Grundbesitzern mehr Eigenständigkeit einräumen – bei weniger bürokratischen Hürden. Zudem werden Wölfe und Goldschakale in die bayerischen Jagdverordnungen aufgenommen, was die Tötung dieser Tiere erleichtern soll. Die Wolfspopulation im Freistaat ist seit 2021 spürbar gewachsen; bestätigte Rudel gibt es im Alpenvorland und in Ostbayern. Exakte Zahlen bleiben jedoch unklar, da die Bestandsaufnahme schwierig ist.

Eine weitere zentrale Neuerung verschiebt die Jagdzeit auf Rehe: Künftig soll sie bereits im April beginnen, um sich an die veränderte Vegetationsentwicklung anzupassen. Doch der Entwurf stößt auf scharfe Kritik. Mia Goller von den Grünen argumentiert, dass weniger Kontrolle nicht zu besseren Jagdrevieren führe, während Horst Arnold (SPD) die Pläne als "Bankrotterklärung der öffentlichen Verwaltung" bezeichnet.

Wirtschaftsminister Hubert Aiwanger (Freie Wähler) wies die Bedenken der Opposition als "ideologische Sabotage" des rot-grünen Lagers zurück. Roland Magerl von der AfD lobte den Entwurf hingegen als "richtigen Schritt". Innerhalb der Koalition gab es heftige Auseinandersetzungen; erst im September einigte man sich auf einen Kompromiss.

Nun geht das Gesetz trotz anhaltender Proteste von Umwelt- und Linksparteien in die nächste Runde. Sollte es verabschiedet werden, erhalten lokale Jäger mehr Einfluss auf die Wildtierbewirtschaftung, während der Staat sich zurückzieht. Wie sich die Reform auf Bayerns Wolfsbestand und den Naturschutz insgesamt auswirkt, wird von der konkreten Umsetzung abhängen.