05 April 2026, 04:14

Streit um Kraftwerksreserve: Droht Deutschland ein Strompreis-Schock bis 2031?

Liniengraph, der die Stromerzeugung aus Wind und Sonne in Deutschland zeigt, mit begleitendem erklärendem Text.

Streit um Kraftwerksreserve: Droht Deutschland ein Strompreis-Schock bis 2031?

Die deutsche Bundesregierung erwägt, die Kraftwerksreserve zu aktivieren, um die Strompreise stabil zu halten. Doch Branchenvertreter warnen, dass dieser Schritt den Markt verzerren und die Kosten weiter in die Höhe treiben könnte. Dr. Constantin H. Alsheimer, Vorstandsvorsitzender des Energieunternehmens Thüga, äußert Bedenken hinsichtlich der langfristigen Folgen eines solchen Eingriffs.

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Seit 2020 wurden in Deutschland keine neuen Gaskraftwerke mehr gebaut, und auch Anfang 2026 befindet sich keines in der Errichtung. Die Kraftwerksstrategie der Bundesregierung sieht zwar den Ausbau von 12 Gigawatt neuer Gaskapazitäten vor, doch diese Anlagen werden frühestens 2031 in Betrieb gehen.

Alsheimer argumentiert, dass die Abhängigkeit von der Kraftwerksreserve bei Investoren Rechtsunsicherheit schaffe. Stattdessen schlägt er vor, den Bau neuer Gaskraftwerke zu beschleunigen, um so ein verlässlicheres Rahmenwerk zu schaffen. Seiner Analyse zufolge könnte die Nutzung der Reserve die Marktbedingungen verzerren und zu einer finanziellen Belastung werden.

Der Eingriff gefährdet zudem aufstrebende Geschäftsmodelle im Bereich der Energiespeicherung. Bestehende Kraftwerke und geplante Erweiterungen könnten in Schwierigkeiten geraten, falls die Reserve aktiviert wird – mit der Folge von Ineffizienzen. Noch problematischer: Der Verdrängungseffekt könnte die Strompreise um bis zu 9 Prozent steigen lassen. Zudem würde die Maßnahme zu zusätzlichen 2 Millionen Tonnen CO₂-Emissionen führen.

Der Regierungsplan, die Preise über die Kraftwerksreserve zu stabilisieren, stößt bei Fachleuten auf massive Kritik. Ohne neue Gaskapazitäten bis mindestens 2031 drohen dem Markt Instabilität und höhere Kosten. Die Umweltbelastung und die Preisanstiege bleiben zentrale Sorgen für Energieversorger und Verbraucher gleichermaßen.

Quelle